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Nachrichten Hand in Hand für Hochwasserschutz: 13 Kommunen wollen zusammenarbeiten
Region Uetze Nachrichten Hand in Hand für Hochwasserschutz: 13 Kommunen wollen zusammenarbeiten
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00:16 29.05.2019
15 Partner machen sich gemeinsam stark für einen integrierten Hochwasserschutz an Fuhse, Aue und Erse: Vertreter der 15 Kommunen haben dafür einen Vertrag unterzeichnet, darunter auch Uetzes Bürgermeister Werner Backeberg (in der vorderen Reihe Dritter von rechts). Quelle: privat
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Uetze

15 Partner wollen gemeinsam den Hochwasserschutz an den Flüssen Fuhse, Aue und Erse gestalten. Dazu haben sie jetzt die Hochwasserschutz-Kooperation Fuhse-Aue-Erse gegründet, die den Bereich von Salzgitter über Peine, Uetze bis nach Celle berücksichtigt. „Ziel ist es, in zwei Jahren ein grenzüberschreitendes Konzept mit einem priorisierten Maßnahmenkatalog für den Hochwasserschutz an den drei Flussgebieten zu erarbeiten“, sagt Hans-Hermann Baas, Verbandsvorsteher des Wasserverbands Peine.

Der Kooperation, die auf eine Initiative der Gemeinde Lengede (Kreis Peine) zurückgeht und der sich schnell auch Partner in anderen Landkreisen angeschlossen haben, ist es gelungen, für dieses Vorhaben Fördergeld des Landes einzuwerben. 160.000 Euro aus dem Bau- und Finanzierungsprogramm sind mit einem Schreiben des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) vom Mai zugesagt. Diese Förderung war zwingend notwendig, um das Gemeinschaftsprojekt zum Hochwasserschutz starten zu können.

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Das sind die Partner der Kooperation

Die 15 Partner der neuen Hochwasserschutz-Kooperation Fuhse-Aue-Erse sind: Stadt Celle, Gemeinde Uetze, Samtgemeinde Wathlingen, Samtgemeinde Flotwedel, Gemeinde Edemissen, Stadt Peine, Gemeinde Ilsede, Gemeinde Lengede, Regionalverband Großraum Braunschweig, Stadt Salzgitter, Gemeinde Schellerten, Gemeinde Söhlde, Gemeinde Vechelde,Gemeinde Wendeburg und der Wasserverband Peine.

Vorbild: Hochwasserschutz-Partnerschaft im Harzvorland

Der Wasserverband Peine, der in die Gemeinde Uetze für die Trinkwasserversorgung und die Abbwasserentsorgung zuständig ist, hat bereits Erfahrung mit solch einer Partnerschaft. Er koordiniert seit Jahren die Aufgaben des Hochwasserschutzes für acht Kommunen im Harzvorland. Diese Erfahrung soll für die Flussregion Fuhse, Aue und Erse genutzt werden. „Uns ehrt das Vertrauen, das die kommunalen Partner in uns und unsere Hochwasserarbeit setzen, sagte Olaf Schröder, Geschäftsführer des Wasserverbands.

„Wir werden einen Maßnahmenkatalog erarbeiten, der sowohl technische als auch naturräumliche Lösungen analysiert und Kosten-Nutzen-Abwägungen ebenso wie die verschiedenen Interessen abbildet“, kündigte Schröder an. So lege man die Grundlagen für eine effiziente, nachhaltige und integrierte Hochwasserschutzarbeit in der Region.

Steuerkreis begleitet Projekt – Sprecherin gewählt

Während der Gründungssitzung der Kooperation wurde zugleich über wichtige Gremien und Funktionen der gemeinsamen Arbeit beraten. Ein Steuerkreis wird regelmäßig tagen und sich mit dem Fortgang der konzeptionellen Arbeit sowie weiteren Themen des Hochwasserschutzes beschäftigen. „Diese enge Begleitung durch einen Steuerkreis, in dem die Partner repräsentiert sind und Gäste themenbezogen geladen werden, hat sich bei unserer Hochwasserschutzarbeit im Harzvorland bewährt“, erläuterte Schröder. Zur Sprecherin der Kooperation wurde Maren Wegener, Bürgermeisterin der Gemeinde Lengede, gewählt.

Im Prangenhohl, der kurz vor der Eltzer Mühle beginnt, schießen die Wassermassen der Fuhse in Richtung Erse. Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Der Schutz vor Hochwasser ist in den Uetzer Ortsteilen entlang der Fuhse und Erse seit Generationen ein wichtiges Thema. Schon vor Jahrhunderten haben die Menschen speziell einen Hochwasserschutz für den Ort Uetze, durch den die Fuhse fließt, geschaffen. Sie bauten den Prangenhohl, eine Umleitung für die Wassermassen der Fuhse. Bei Bedarf wird vor der Eltzer Wassermühle ein Wehr gezogen, sodass Fuhsewasser durch den Prangenhohl-Kanal in die Erse geleitet wird.

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Infos zum Wasserverband Peine

Der Prangenhohl ist Uetzes Hochwasserversicherung

Er ist ein Meisterwerk der Wasserbaukunst: der Prangenhohl, der in Höhe der Eltzer Mühle die Fuhse mit der Erse verbindet. Angelegt wurde der Graben im frühen 17. Jahrhundert, um die Menschen in Uetze vor Hochwasser zu schützen. Der Prangenhohl ist die Hochwasserversicherung Uetzes. Nach anhaltenden Regenfällen wird über den etwa 400 Meter langen Graben das Wasser der Fuhse in die Erse geleitet.

Wenn die Hochwassermarke der Fuhse, die im Mauerwerk der Mühle Amme in Uetze eingelassen ist, erreicht sei, muss das Wehr zum Prangenhohl geöffnet werden. „Sonst bekommen wir in Uetze nasse Füße“, sagt ein Fuhse-Anrainer. Der Prangenhohl ist ein hochwirksamer Hochwasserschutz, er leitet 80 Prozent des ankommenden Fuhsewassers um Uetze herum. „Der Bau des Grabens ist eine Glanzleistung unserer Vorfahren gewesen: Sie haben den Prangenhohl so nivelliert, dass er nur ein ganz geringes Gefälle hat – und das ohne GPS“, erzählen Uetzer nicht ohne Stolz.

Von Kerstin Woznitza und Anette Wulf-Dettmer