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Region Uetze Nachrichten Gericht ahndet Unfallflucht um Mitternacht
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00:34 17.05.2018
Das Amtsgericht glaubt einem Unfallfahrer kein Wort und verurteilt ihn wegen Fahrerflucht. Quelle: Dege (Archiv)
Uetze/Burgdorf

 Ein 60 Jahre alter Mann aus Dollbergen, der mit seinem Auto ein anderes rammte und dann türmte, ist jetzt vom Amtsgericht in Burgdorf wegen Fahrerflucht verurteilt worden. Zur Strafe muss er 750 Euro bezahlen. Außerdem setzte es ein Fahrverbot.

Wie die Beweisaufnahme ergab, hatte der Mann an jenem Abend Streit mit seiner Frau. Darum fuhr mit seinem Kleintransporter auf und davon. Gegen Mitternacht kam ihm die Idee, die S-Bahn zu nehmen und zu Verwandten zu fahren. Der Unfallfahrer fuhr zum Bahnhof in Dollbergen, rangierte dort wild herum, fuhr schließlich rückwärts einen hohen Bordstein hinauf und noch vier Meter weiter schräg über eine Grünfläche. Dann machte es rums. Das Heck stieß gegen einen ordnungsgemäß geparkten Opel Astra. Doch das wollte der Fahrer nicht bemerkt haben. Er fuhr davon.

Und zwar verkehrt herum aus einer Einbahnstraße, wie ein Zeuge aus dem Fenster seiner Wohnung beobachtete. Nicht nur das. Der Mann, der kurz vor Mitternacht noch am direkt vorm Fenster aufgestellten Computer saß, verfolgte das Rangieren zu später Stunde ebenso, wie er das Aufheulen des Motors wahrnahm, als der Fahrer den Kleintransporter über den Bordstein steuerte. Und er hörte nach eigenem Bekunden auch dem dumpfen Knall, als die Fahrzeuge zusammenstießen.

Also notierte sich der Postbeamte das Kennzeichen und rief die Polizei. Die fuhr sogleich zum Unfallverursacher nach Hause, traf ihn dort aber nicht an, sondern nur dessen Frau. Ihr schärften die Polizisten ein, dass sich ihr Mann auf dem Revier einzufinden habe. Was die Frau ihrem Mann auch ausrichtete, als dieser später doch noch heimkam, nachdem er sein Auto in einer Seitenstraße geparkt hatte. Dann begab er sich zur Ruhe und erschien tags drauf bei der Polizei.

Die Folge war ein saftiger Strafbefehl der Staatsanwaltschaft: 1200 Euro Geldstrafe und neun Monate Fahrverbot. Weil ihm das nicht schmeckte, legte der Unfallfahrer Widerspruch ein und erreichte so immerhin die Verhandlung vor dem Amtsgericht

Die Richterin glaubte dem Unfallverursacher zwar kein Wort. Sie passte aber in ihrem Urteil die Geldstrafe dem geringen Einkommen des Angeklagten an. Auch beim Fahrverbot lohnte sich dessen Einspruch. Er muss sich jetzt nur zwei Monate vom Steuer fernhalten, urteilte das Gericht. Denn die Höhe des Fahrverbots korrespondiert noch stets mit dem angerichteten Schaden. Der lag zwar mit 1400 Euro recht hoch. Allerdings hatte ihn die Polizei während ihrer Ermittlungen nur auf 400 Euro geschätzt.

Von Joachim Dege

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