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Nachrichten Grundwasserbelastung kommt vom Gasolin-Gelände
Region Uetze Nachrichten Grundwasserbelastung kommt vom Gasolin-Gelände
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15:02 27.02.2019
Die Natur hat sich im Laufe der Jahre das Gasolin-Gelände, das eine Industriebrache ist, zurückerobert. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Dollbergen

Einwohner Dollbergens, die genaue Informationen über die Grundwasser- und Bodenbelastungen mit Schadstoffen in ihrem Wohnort haben wollen, müssen sich weiter gedulden. Die Informationsveranstaltung, die ursprünglich noch im vorigen Jahr stattfinden sollte, ist verschoben worden. Ein Termin steht noch nicht fest.

Seit Langem ist bekannt, dass der Boden des früheren Gasolin-Geländes mit polyzyklischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und Mineralölkohlenwasserstoffen (MKW) und im Südwesten auch das Grundwasser mit MKW belastet ist. 2013 erbrachten Untersuchungen den Nachweis, dass in dem Bereich auch PAK und aromatische Kohlenwasserstoffe (BTEX) in geringer Konzentration und leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe (LHKW) in größerer Konzentration im Grundwasser vorkommen. 2013 stellte die Region Hannover bei Untersuchungen von Gartenbrunnen fest, dass das Grundwasser auch südlich der Bahnlinie mit LHKW belastet ist – also außerhalb des Areals, auf dem die Gasolin AG beziehungsweise die Gasolin-Nitag einst eine Raffinerie betrieben hatten. Der BP-Konzern als Rechtsnachfolger dieser Unternehmen bestritt jedoch, dass die LHKW-Verunreinigung südlich der Bahn vom Gasolin-Gelände stammt.

Daher gab die Region Hannover im vorigen Jahr Untersuchungen mit dem Ziel in Auftrag, das genaue Ausmaß und die Quelle der LHKW-Belastung ausfindig zu machen. Offenbar steht jetzt die Quelle eindeutig fest. Laut Regionssprecher Klaus Abelmann haben die Untersuchungen „den Eintrag von LHKW im Boden und im Grundwasser des Gasolin-Geländes nachgewiesen“.

Neuer Eigentümer muss weitere Untersuchungen veranlassen

„Weitere Detailuntersuchungen, insbesondere die Ausbreitung der Schadstofffahne, müssen jetzt durch den Eigentümer, die Firma Soepenberg, veranlasst werden“, sagt Abelmann. Soepenberg will seit 2011 die 19 Hektar große Industriebrache sanieren, damit es wieder gewerblich genutzt werden kann. In die Untersuchungen müsse Soepenberg wegen der wertvollen Eidechsenpopulation auf dem Gelände die untere Naturschutzbehörde einbeziehen, betont Abelmann. „In Absprache mit der Gemeinde sieht es die Region Hannover als sinnvoll an, erst nach Vorliegen dieser Untersuchungsergebnisse eine Informationsveranstaltung in Uetze anzubieten“, teilt er mit.

Gemeinde und Region informieren im April

„Wir hoffen, es im April hinzubekommen. Wir werden das auf jeden Fall gemeinsam mit der Region machen“, sagt Gemeindesprecher Andreas Fitz. Vorher müsse man noch klären, wo und in welchen Rahmen die Information stattfinden soll. Möglich seien zum Beispiel eine Ortsrats- oder Umweltausschusssitzung oder eine eigene Veranstaltung zu dem Thema.

Nicht nur die Altlasten, auch das dortige Zauneidechsenvorkommen erschweren, die Industriebrache wieder gewerblich zu nutzen. Die Eidechsen sollen auf eine Ackerfläche umgesiedelt werden, die als Biotop für die Tiere hergerichtet werden soll. Die Population hatte unter dem Kahlschlag gelitten, den eine Gartenbaufirma angerichtet hatte, als sie Anfang 2013 im Auftrag der Firma Soepenberg Büsche und Bäume rodete. Laut Abelmann hat sich das Zauneidechsenvorkommen inzwischen wieder erholt.

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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