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Region Tod von Anna Lena: Angst in der Stadt
Region Tod von Anna Lena: Angst in der Stadt
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17:56 18.06.2018
In Sorge: Andrea K. nimmt ihre Tochter Lucy in den Arm, die erst vor wenigen Wochen einem unbekannten Angreifer entkommen konnte.
Hannover

Was ist nur in Barsinghausen los? Am Sonntagmittag wurde die 16-jährige Anna Lena T. tot vor der Adolf-Grimme-Grundschule gefunden. Bereits vor acht Wochen hatte der Leichenfund der 55-jährigen Veronika B. die kleine Gemeinde schockiert. Und offenbar gab es dazwischen einen weiteren versuchten Angriff auf ein junges Mädchen. Bei den Bewohnern herrscht die blanke Angst.

Die Suche nach Anna Lenas Mörder läuft derweil auf Hochtouren. Gestorben ist sie durch massive Gewalteinwirkungen gegen den Kopf, teilte die Polizei am gestrigen Montag mit. Hinweise auf ein Sexualverbrechen habe es nicht gegeben.

Dabei erzählt Peter K., der die 16-Jährige am Sonntag entdeckte, dass sie von der Brust abwärts nackt gewesen sei. „Ich bin hier wie so oft mit dem Rad lang gefahren und da sah ich sie“, erzählt der 77-Jährige und zeigt auf die Fundstelle. Leicht versetzt hinter einem Baum habe sie mit dem Kopf an einer kleinen Mauer gelegen. Blutüberströmt. Am Tag danach kam Peter K. noch mal zur Fundstelle, um inne zu halten. Bekannte und Freunde des Opfers haben Kerzen und Stofftiere aufgestellt, Seelsorger sind vor Ort und eine aufgebrachte Schulleiterin, die um Verständnis bittet, weil sie keine Fragen beantworten möchte. Der Unterricht an der Grundschule läuft derweil weiter.

Auch Andrea K. und ihre 16-jährige Tochter Lucy sind zur Fundstelle gekommen, um Abschied zu nehmen. „Anna Lena war eine gute Freundin von mir“, sagt Lucy, die selbst vor wenigen Wochen einem Angriff knapp entkommen konnte, wie sie erzählt. Am 23. Mai war Lucy auf dem Weg zur Schule als sie gegen Viertel vor Zehn von einem Unbekannten festgehalten wurde. Lucy konnte sich jedoch befreien und weglaufen. Seitdem leben sie und ihre Mutter in Angst. „Lucy hatte überall Quetschspuren am Oberarm“, berichtet Andrea K. Noch am selben Tag haben Mutter und Tochter bei der Polizei Anzeige erstattet und eine detaillierte Personenbeschreibung abgegeben. Passiert ist seitdem nichts; bis zum tragischen Tod von Anna Lena.

Die Geduld von Andrea K. ist nun am Ende. Sie fühlt sich nicht ernst genommen. „Es hätte auch Lucy treffen können“, sagt die besorgte Mutter und weint. Die NP erkundigte sich daraufhin bei der Polizei Hannover nach dem Vorfall und stieß zunächst auf Ahnungslosigkeit.

In Barsinghausen gibt es derzeit kein anderes Thema als das erneute Verbrechen. Eine Putzfrau aus der Adolf-Grimme-Schule unterhält sich nach Feierabend mit der Taxifahrerin Alexandra W. an der Straße, in der Anna Lena gefunden wurde. Die Putzfrau erzählt, dass sich am Wochenende oft Jugendliche auf dem Schulgelände aufhalten. „Die saufen und kiffen dort“, berichtet sie. Angst haben aber weder sie noch die Taxifahrerin: „Ich kann mich selbst verteidigen“, sagt Alexandra W.

Bürgermeister Marc Lahmann (CDU): „Ich hoffe auf einen schnellen Fahndungserfolg.“ Die Bevölkerung zeige sich beunruhigt nach der erneuten Gewalttat.

Anna Lena K. wurde zuletzt gegen ein Uhr nachts am Bahnhof gesehen. Nach NP-Informationen nahm die 16-Jährige die letzte S-Bahn aus Hannover Richtung Haste und stieg in Barsinghausen aus. Hier verliert sich ihre Spur. Nach NP-Informationen wohnte Anna Lena in einer Nebenstraße des Fundorts bei ihrer Tante . Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden unter: 0511/109 55 55.

Zusammenhang mit Fall Veronika B.?

Das Gewaltverbrechen an der 16-jährigen Anna Lena T. ist das zweite in Barsinghausen binnen weniger Wochen: Mitte April wurde nicht allzu weit entfernt vom jetzigen Fundort Veronika B. gefunden. Die 55-Jährige lag tot an einer Böschung, war von einer Spaziergängerin entdeckt worden. Noch immer fehlt der Staatsanwaltschaft Hannover eine heiße Spur. Oberstaatsanwalt Thomas Klinge: „Leider haben wir noch keine neuen Erkenntnisse zum Fall Veronika B. Wir werden sehen, ob wir hier im Zusammenhang mit dem neuen Fall neue Erkenntnisse erlangen.“

Eine Verbindung der Fälle hält der Staatsanwalt für möglich: „Das ist nicht überdeutlich, aber in einem eigentlich so friedlichen Städtchen so eine Übereinstimmung, beides mal Gewalt gegen Frauen … da liegt ein Zusammenhang nahe.“ Beide Opfer seien durch „recht grobe Gewalteinwirkung“ gestorben. Der neue Fall sei für die Eltern „einfach nur grausam“, sagt Klinge und verspricht: „Wir werden da alles raus tun, was wir haben, um das aufzuklären!“

Von Timo Gilgen und Ralph Hübner

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