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Region Tennet setzt Kommunen unter Druck
Region Tennet setzt Kommunen unter Druck
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06:19 21.11.2014
Von Heiko Randermann
Tennet setzt die Kommunen bei Südlink unter Druck. Quelle: dpa (Symbolbild)
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Hannover

Zuletzt hatten mehrere Kommunen, auch in der Region Hannover, einen Aufschub oder sogar Neustart des Verfahrens gefordert.  Im Jahr 2022 sollen in Deutschland die letzten Atomkraftwerke vom Netz gehen. Sollte es dann die Stromtrasse von der Nordsee bis nach Bayern nicht geben, stehe die Versorgungssicherheit auf dem Spiel, warnte Hartmann. Noch vor Weihnachten will Tennet den bereits im Internet veröffentlichten Antrag zum Trassenbau bei der Bundesnetzagentur einreichen und damit das offizielle Verfahren starten.

Hartmann hatte sich auch mit Blick auf die Diskussion in Bayern geäußert. Dort hatte Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) in einem Interview gefordert, sämtliche Trassenplanungen auf Eis zu legen. Für seine Haltung war Seehofer aus anderen Bundesländern heftig kritisiert worden. Auch Hartmann hält die Verweigerungshaltung für falsch. „Das Netz ist jetzt schon überlastet, und es wird immer mehr“, sagt er. Vor zehn Jahren hätten Netzbetreiber dreimal pro Jahr wegen Schwankungen und zeitweilig drohender Überlastungen ins Netz eingreifen müssen. „Jetzt sind es drei Eingriffe pro Tag“, sagt Hartmann. Das habe Tennet im Jahr 2013 rund 150 Millionen Euro gekostet, in diesem Jahr seien es schon 250 Millionen Euro.

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Zustimmung gibt es aus der Wirtschaft: „Wer die Energiewende will, muss auch für einen weiteren Netzausbau sein“, sagte Volker Schmidt, Hauptgeschäftsführer von NiedersachsenMetall, der HAZ. Unternehmen seien auf eine zuverlässige und bezahlbare Stromversorgung angewiesen. Teuer sei die Energie im internationalen Vergleich ohnehin schon, sagte Schmidt. „Wenn in Deutschland nun auch der Faktor Zuverlässigkeit unterspült wird, indem der Ausbau der Stromnetze sich immer weiter verzögert, erwachsen hieraus große Risiken für den Standort.“

Die vom Trassenverlauf betroffenen Kommunen fordern dagegen mehr Zeit.Mehrere Bürgermeister aus der Region Hannover verabschiedeten am Mittwoch eine Resolution, in der sie Tennet auffordern, die Einreichung des Trassenvorschlags zu verschieben. Hamelns Landrat Tjark Bartels protestierte gestern gegen Tennets Mahnung: Da werde versucht, über Sachzwänge einen Beteiligungsprozess auszuhebeln. „Wir können doch nicht aus Zeitnot zur Belastung einiger Regionen kommen, die fachlich nicht begründet ist.“

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Zur Teilnahme an der Demonstration in Hannover gegen die Südlink-Stromtrasse hatte auch das Bürgerforum Burgwedel aufgerufen. Parallel folgte die Initiative am Sonnabend aber auch mit einer kleinen Delegation einer Einladung der für das Südlink-Planverfahren zuständigen Bundesnetzagentur nach Bonn.

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