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Nachrichten Tempo-30-Modellprojekt: Ob Springe dabei ist, klärt sich erst in einigen Monaten
Region Springe Nachrichten Tempo-30-Modellprojekt: Ob Springe dabei ist, klärt sich erst in einigen Monaten
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12:44 18.10.2019
Tempo 30 gilt seit Februar auf Teilen der Hauptstraße in Bennigsen.   Quelle: Juliet Ackermann (Archiv)
Springe

Schon vor gut zwei Jahren hatte sich Springe um die Programmteilnahme beworben – mit insgesamt zehn Ortsdurchfahrten. Die Grundidee beschrieb der damalige niedersächsische Verkehrsminister Olaf Lies so: „Mit dem Modellprojekt Tempo 30 untersuchen wir erstmals fundiert und verlässlich, welche Effekte Tempo-30-Strecken tatsächlich auf den Verkehrslärm, die Luftreinhaltung und den Verkehrsfluss haben.“ Auch Auswirkungen auf Fußgänger, Radfahrer und auf die Nutzung von Bus und Bahn sollen Themen des Projekts sein. Drei Jahre lang soll auf den ausgewählten Strecken Tempo 30 gelten – danach wird Bilanz gezogen.

Nur sechs Strecken landesweit

Dass Springe tatsächlich mit mehreren Ortsdurchfahrten das Rennen macht, ist indes illusorisch: Insgesamt sollen nur sechs Strecken ausgewählt werden – davon je zwei aus Großstädten, aus Mittel- und Kleinstädten sowie aus kleinen Orten. Sollte die Stadt also überhaupt nur eine ihrer Nominierungen durchbekommen, wäre das schon eine Überraschung. Die erste Runde hatte Springe zwar überstanden – dabei wurden aber auch nur Kommunen aussortiert, die eine Reihe formaler Kriterien nicht erfüllten.

Das vom Land durchgeführte Projekt wird von einem Runden Tisch begleitet, an dem neben den zuständigen Ministerien auch Vertreter von Polizei, Kommunalverbänden, Landesverkehrswacht oder Automobil- und Fahrradclubs sitzen. Dass der ursprünglich geplante Projektstart 2018 inzwischen um gut ein Jahr überschritten ist, lag an Formalitäten: Denn der Gutachter, der zusammen mit dem Runden Tisch die teilnehmenden Städte und Strecken aussuchen soll, musste europaweit gesucht werden.

Gutachter erstellt Rangliste

Inzwischen sei die Gutachtersuche erfolgreich abgeschlossen, teilt das Verkehrsministerium auf Anfrage mit: „Im September hat der Gutachter den Zuschlag erhalten“ – er werte nun die Unterlagen der Kommunen aus und bereite eine Rangliste für die Auswahl der Streckenabschnitte vor.

Das Ranking solle, so eine Sprecherin des Ministeriums, dem Runden Tisch in einer Sitzung Ende November vorgestellt werden: „Die abschließende Entscheidung wird Ende 2019 oder Anfang 2020 erwartet.“ 

Mit diesen zehn Ortsdurchfahrten hat sich die Stadt Springe beim Modellprojekt des Landes beworben: Eldagsen, Völksen, Alvesrode (West-Ost und Nord-Süd), Mittelrode, Alferde, Bennigsen (West-Ost und Nord-Süd) und Gestorf (West-Ost und Nord-Süd).

Die Region Hannover hatte für einige dieser Strecken nach einer ersten Analyse keinen Bedarf gesehen – entscheidend ist dieses Votum aber nicht.

Von Christian Zett