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18:57 17.04.2019
Eine Menge Räder: Udo Helms steht im Fahrradkeller. Am nächsten Mittwoch wird dort wieder Platz geschaffen. Quelle: FOTO
Springe

Eigentlich arbeitet Udo Helms beim Ordnungsamt der Stadt. Wenn er am Mittwoch, 24. April, auf die Treppe vorm Rathaus steigt, wird er aber zum Auktionator. Als solcher braucht er natürlich einen Hammer. Den hat die Stadt nicht eigens für die Fundsachenversteigerung angeschafft – Helms holt ihn jedes Mal aus dem Werkzeugkoffer der Stadt. Sonst wird er auch mal dazu benutzt, einen Nagel in die Wand zu hauen.

Wenn die Stadtmitarbeiter am Mittwoch kommender Woche die Türen des alten Fahrradkellers öffnen, kommen mehr als 30 Drahtesel unter den Hammer. „Darunter Trekkingräder, Damenräder, Mountainbikes und sogar Rennräder“, sagt Helms. Die Qualität der Zweiräder sei durchaus beachtlich, der Preis gering. Es handelt sich bei den meisten um Fundräder, größtenteils sind sie verlorengegangen oder wurden gestohlen, sagt Helms. Weil sich die Besitzer in der vorgeschriebenen Zeit von sechs Monaten nicht bei der Stadt gemeldet haben, ist ihr Besitzanspruch erloschen. Die Verwaltung versteigert sie, damit wieder Platz im Fahrradkeller entsteht. Hochwertige Räder gehen mit einem Startgebot von zehn bis zwölf Euro ins Rennen.

Gewiss ist: Neue Fundräder folgen auf jeden Fall.Deshalb hat die Stadt die Zahl der Versteigerungen von einer auf zwei pro Jahr angehoben. Und neue Fahrräder für die nächste Auktion stehen schon da; diese folgt in sechs Monaten, sofern sich die Besitzer nicht vorher melden.

Bevor die Räder im Keller der Stadt landen, werden sie dort, wo sie gefunden werden – beispielsweise am Radparkplatz am Bahnhof – mit einem Aufkleber versehen. Auf diesem steht, dass das Rad entfernt werden soll. Wird es nach einer Frist nicht abgeholt, übernimmt das die Stadt – und lagert es ein.

Unter den Hammer kommen bei der Versteigerung auch Kleinigkeiten wie Rucksäcke, Handytaschen und Koffer. Der Erlös geht in die Stadtkasse. Im Fundbüro im Rathaus landen oft auch Brillen, Handys oder Schlüssel. Brillen gibt die Stadt in der Regel bei einer karitativen Einrichtung ab, Schlüssel und Handys können aus Sicherheits- und Datenschutzgründen nicht versteigert werden.

Die Auktion am Mittwoch, 24.  April, beginnt um 14.30 Uhr.

Von Ralf T. Mischer