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Nachrichten Verurteilt: Springer bietet 16-Jähriger 20.000 Euro für Sex
Region Springe Nachrichten Verurteilt: Springer bietet 16-Jähriger 20.000 Euro für Sex
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18:52 01.12.2019
Das Amtsgericht Springe hat einen 28-jährigen Mann aus der Deisterstadt wegen sexuellen Missbrauchs einer Minderjährigen verurteilt. Quelle: Frank May/dpa
Springe

Per Anzeige hatte die junge Frau vor rund einem Jahr einen Babysitter-Job gesucht. Der Angeklagte nahm daraufhin Kontakt zu ihr auf. „Ich habe ihr geschrieben, ob sie zu einem Treffen bereit ist, um Spaß zu haben“, erklärte der Mann. Er bot ihr 50 Euro für sexuelle Dienstleistungen an, zu denen es bei diesem ersten Treffen in seinem Auto kam. „Ich hatte nicht das Gefühl, es gegen ihren Willen zu machen“, sagte der Angeklagte. Zudem sei die junge Frau über 16 Jahre alt gewesen und hatte erklärt, ihr Freund sei einverstanden.

Nach dem ersten Treffen wollte der Angeklagte ein Wiedersehen und weitere sexuelle Handlungen. Er versprach ihr 6000 Euro sowie zwei Mobiltelefone. Die junge Frau kam dazu in seine Wohnung, Geld bekam sie aber nicht. Er habe ihr wohl 100 Euro gegeben, erinnerte sich der Angeklagte. Und lockte die junge Frau erneut: Diesmal versprach er ihr 20 000 Euro für sexuelle Leistungen. „Ich hatte das Geld aber nicht und habe ihr gesagt, ich würde mich melden.“ Das tat der Mann nicht, die junge Frau ging zur Polizei und zeigte ihn an.

Während ihrer Zeugenaussage vor Gericht war die Öffentlichkeit von der Verhandlung ausgeschlossen. Sowohl der Staatsanwalt als auch die Jugendrichterin beschrieben die junge Frau aber in Plädoyer und Urteilsbegründung als naiv. „Sie haben sich ein besonders leichtes und labiles Opfer ausgesucht, betrogen und getäuscht und für ihre sexuellen Gelüste ausgenutzt“, so der Staatsanwalt. Offenkundig leide die junge Frau immer noch darunter, wozu sie sich habe verlocken lassen. Die Jugendrichterin zeigte sich zudem davon überzeugt, dass der Angeklagte die Taten fortgesetzt hätte, wäre die Frau nicht zur Polizei gegangen. „Sie haben immer wieder per Whatsapp auf sie eingeschrieben“, so die Richterin.

Der Angeklagte entschuldigte sich: „Es tut mir leid, aber ich hatte das Gefühl, dass sie das auch interessant fand.“ Die Jugendrichterin glaubte ihm das nicht: „Das waren keine Treffen auf Augenhöhe“, sagte sie in der Urteilsbegründung. Der Springer hat bereits mehrere Vorstrafen. Eine laufende Bewährungszeit war gerade abgelaufen, als er begann, sich mit der 16-Jährigen zu treffen.

Von Anne Brinkmann-Thies