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Nachrichten Feuerwehrhaus unter Wasser: Stadt will beim Hochwasserschutz nachbessern
Region Springe Nachrichten Feuerwehrhaus unter Wasser: Stadt will beim Hochwasserschutz nachbessern
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12:29 18.10.2019
Ein heftiges Unwetter in der Nacht auf Mittwoch sorgt in Völksen für überschwemmte Straßen.   Quelle: Stefan Quentin
Bennigsen/Völksen

Es war schon kurios: Während des schweren Unwetters Dienstagnacht hatte die Feuerwehr Bennigsen alle Hände voll zu tun – allerdings erst mal nicht mit voll gelaufenen Kellern, sondern damit, im eigenen Feuerwehrhaus Wasser abzupumpen. Noch in der Nacht hatte sich Stadtbrandmeister Herbert Tschöpe direkt an Bürgermeister Christian Springfeld gewandt und ihn benachrichtigt, was in Bennigsen nach dem Starkregen los war. „Das darf natürlich nicht sein“, betont Springfeld.

Problem war bereits bekannt

Am Mittwochmorgen hatte sich daher kurzfristig auf Drängen von Springfeld ein Mitarbeiter des Hochbauamtes das Haus angesehen und sich von der Feuerwehr die Lage schildern lassen. „Dabei haben wir das Problem schon öfter mal der Stadt gemeldet, passiert war aber bislang nichts“, kritisiert Ortsbrandmeister Patrick Rokahr. Während des Treffens mit der Stadt seien vor Ort mehrere Vorschläge seitens der Feuerwehr diskutiert worden. „Noch gibt es aber wohl keine konkreten Pläne. Aber wir hoffen, dass die Verwaltung jetzt wachgerüttelt wurde“, so Rokahr.

Entwässerungsrinne verlängern

Ziel sei es nun, die sogenannte Aco-Drain-Entwässerungsrinne zu verlängern, sagt Hochbauamts-Chef Reinhard Borchardt. Weil die Feuerwehreinfahrt verlegt wurde, seien drei bis vier Meter für die Rinne nicht berücksichtigt worden. Fakt sei aber auch: Wenn der Kanal voll sei, helfe auch die Entwässerungsrinne nicht mehr. „Mehr geht dann nicht.“

Von einem Baufehler – immerhin steht das 2017 neu gebaute Feuerwehrhaus in einer Art Mulde – will Borchardt nicht sprechen. Für Springfeld steht fest, dass bei so einem Unwetter gewährleistet sein müsste, dass sich die Feuerwehr nicht auch noch um das eigene Gerätehaus kümmern muss. „Und die Feuerwehr hat sicher gute Ideen, wie man das Problem in den Griff bekommt, immerhin kennen die das Gelände und wissen um das Gefälle.“

Schlammlawine in Völksen

Ebenfalls für Diskussionen sorgte der Einsatz in Völksen: Wie berichtet, wälzte sich eine etwa einen Kilometer lange Schlammwelle aus Wasser und Gestein von oberhalb der Sporthalle talwärts bis zum Bohlweg – und das nicht zum ersten Mal. Auch da will die Stadt nun nachbessern. Im Rathaus wurde bereits vor einiger Zeit die fachbereichsübergreifende Arbeitsgruppe „Überflutungsschutz“ eingerichtet, sagt Springfeld. Wie berichtet, hat die Stadt ein Ingenieurbüro beauftragt, ein Hochwasserkonzept für Bennigsen zu erstellen.

Gefährdungskataster soll erstellt werden

Die Ergebnisse daraus sollen dem Bürgermeister zufolge auch auf andere Ortsteile, konkret auf Völksen, übertragen werden. „Aber die Erstellung dieses Gefährdungskatasters dauert.“ Ziel sei langfristig eine Gesamtbetrachtung des Stadtgebiets. „Das wird eine dauerhafte Aufgabe werden und ist eine neue Herausforderung.“ Klar sei aber auch: „Wie in vielen Bereich gilt auch hier: Es geht nicht alles auf einmal.“ 

Von Saskia Helmbrecht