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Nachrichten Straßen sollen sauberer werden – nur wie?
Region Springe Nachrichten Straßen sollen sauberer werden – nur wie?
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16:57 13.08.2019
Die Einführung eigener Kehrmaschinen wurde bereits vor Jahren als Lösung erwogen – doch letztlich war das der Stadt zu teuer. Quelle: Foto: STefan Sauer
Springe

Die von Bürgermeister Christian Springfeld ins Spiel gebrachte Wiedereinführung der öffentlichen Straßenreinigung wäre für die Stadt eine Mammutaufgabe: „Bis wir das einführen könnten, hätten wir einen Vorlauf von bestimmt drei Jahren“, schätzt Fachdienstleiter Gerd Gennat.

Springfeld hatte sich für einen Vorstoß von Bundesumweltministerin Svenja Schulze ausgesprochen: Demnach könnten sich Hersteller von Wegwerfartikeln an den Kosten beteiligen, die Kommunen beim Müllsammeln entstehen.

Springe schickt keine Kehrmaschinen los

Springe schickt keine Kehrmaschinen los – seit mehr als 20 Jahren sind stattdessen die Grundstücksbesitzer selbst für die Reinigung zuständig, in der Regel jeweils von der Grundstücksgrenze zur Straßenmitte. Richtig gut klappt das denn auch nicht, räumt auch Springfeld ein. Und: Kosten entstehen der Stadt für die Reinigung ja trotzdem: Rechnerisch eine ganze Stelle, sagt Gennat, falle jedes Jahr an für die Leerung von öffentlichen Mülleimern, aber auch für die Reinigung der Umgebung. Dazu kommt: Wenn städtische Mitarbeiter etwa zur Beetpflege unterwegs seien, räumten sie auch herumfliegenden Abfall weg. Und für Springfeld Anlass genug für den Vorschlag: „Wenn die Straßen damit endlich wieder sauber sind, wäre ich für eine gebührenfinanzierte Stadtreinigung zu haben.“ Anderer Leute Müll einzusammeln koste tatsächlich viel, „weil es so personalintensiv ist“. Gleichzeitig müsse man auf einen Bewusstseinswandel der Bürger setzen – nach dem Motto: „Es ist doch ‚unsere‘ Stadt, ‚unsere‘ gute Stube – da wirft man doch seinen Müll nicht hinein ...“

Kosten für professionelle Straßenreinigung kalkulieren

Wie viel eine professionelle Straßenreinigung kostet, hängt laut Gennat von vielen Faktoren ab: Macht die Stadt das selber? Wird eine Firma beauftragt? Vor allem aber müssten viele Daten erfasst werden, Gebühren kalkuliert.

Ein Vorstoß der Kernstadt-CDU, die Kehrmaschine wieder einzuführen, war zuletzt vor gut drei Jahren am politischen Widerstand im Ortsrat gescheitert. Im Jahr 2003 hatte der Rat in einer Kampfabstimmung sogar entschieden, zumindest die Flaniermeilen in der Innenstadt sowie die Haupteinfahrtsstraßen wieder professionell kehren zu lassen. Auch das war Stadt und Politik am Ende doch zu teuer.

Von Christian Zett