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Nachrichten Zu nah am Wohngebiet: Region Hannover legt Schulwaldprojekt auf Eis
Region Springe Nachrichten Zu nah am Wohngebiet: Region Hannover legt Schulwaldprojekt auf Eis
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15:00 06.11.2019
Im Juli haben Elisabeth Hüsing (v.l.), Bau-Chef Jörg Klostermann, Grundschulleiterin Madlen Ludwig und Vize-Schulleiter Stephan Kohser die Verträge unterschrieben. Quelle: Helmbrecht/Archiv
Springe

Eigentlich war alles längst in trockenen Tüchern: Auf etwa 5000 Quadratmetern sollte ein eigener Schulwald zwischen den Mobilbauten und dem Hallenbad entstehen. Bereits im Juli haben das Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) und die Grundschule Bennigsen den notwendigen Vertrag mit der Stiftung Zukunft Wald unterschrieben. Nun hat die Region Hannover das Projekt erst einmal auf Eis gelegt.

Das Problem: Die Region hat die Erstaufforstungsanzeige abgelehnt, sagt Elisabeth Hüsing von der Stiftung. Laut Raumordnungsprogramm muss das Grundstück aus Schutzgründen mindestens 100 Meter zu einer Wohnbebauung entfernt sein, erklärt Regionssprecherin Christina Kreutz. Ausnahmen seien zwar möglich, aber auch dann müsste ein Mindestabstand von 35 Metern eingehalten werden. Weil die Fläche in Springe allerdings recht klein ist, könnten diese Abstände nicht realisiert werden. Um diese Einschätzung bestätigen zu lassen, hatte die Region Hannover als Untere Waldbehörde das fachliche Beratungsforstamt (Forstamt Fuhrberg) um eine Stellungnahme gebeten, die beinhaltet, dass das Grundstück ungeeignet sei, so Kreutz.

Doch die Region hatte nicht nur Bedenken wegen der Abstände zu den Häusern: Laut naturschutzrechtlicher Bestimmungen müsste auf dem Grundstück – eigentlich noch vor der Bepflanzung – das Vorkommen von Hamstern kartiert werden. Würde festgestellt, dass auf dem Areal Hamster leben, so müsste die Bewirtschaftung und Bepflanzung entsprechend angepasst werden. „Wir lassen uns nicht entmutigen und hoffen, dass die Stadt dem Projekt eine neue Fläche, die es auch in Absprache mit dem Fachbereich Umwelt Wald werden darf, zur Verfügung stellen wird“, hofft Hüsing.

„Schüler und Lehrer haben viel Mühe und Zeit in das Vorhaben gesteckt“

Laut Stephan Kohser, Vize-Schulleiter des OHG, hätte die Stiftung aber kurzfristig Kontakt mit der Stadt aufgenommen. Laut Hüsing soll nun nach möglichen Ersatzflächen gesucht werden. Der Wille, das Projekt doch noch umzusetzen, sei sowohl bei der Schule, als auch der Stadt und der Stiftung vorhanden. „Ich bin sehr dankbar, dass sich die Beteiligten so spontan dahinter geklemmt haben, es besteht doch ein großes Interesse, das Projekt zu realisieren. Ich hoffe daher, dass wir die Kurve kriegen.“

Kohser hofft, dass es im Frühjahr eine Lösung gibt – und das Projekt damit nur aufgeschoben sei. „Immerhin haben die Schüler und Lehrer viel Mühe und Zeit in das Vorhaben gesteckt.“ Bereits für kommenden Montag war im Gymnasium eigentlich ein Pflanztag für den Schulwald angesetzt, zu dem sogar Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast ihr Kommen zugesagt hatte, der aber nun wegen der Unklarheiten abgesagt werden muss.

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Von Saskia Helmbrecht

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