Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten „Kinder sind im Wald ausgeglichener und früh autonom“
Region Springe Nachrichten „Kinder sind im Wald ausgeglichener und früh autonom“
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:34 12.09.2019
„Ich kann mir keinen anderen Arbeitsplatz vorstellen“: Waldkiga-Leiterin Patricia Machaalani (rechts) und ihre Kollegin Erika Knörzer mit ihren Waldkindern. Quelle: Marita Scheffler
Springe

Ein Waldkindergarten in kirchlicher Trägerschaft – klingt naheliegend, hat aber Seltenheitswert. „Wir sind einzigartig in Niedersachsen“, sagt Leiterin Patricia Machaalani. Seit der Eröffnung des Waldkindergartens Springe im Herbst vor 20 Jahren hat sich daran nichts geändert.

Bis zu 25 Kinder auf der Warteliste

Machaalani ist seit der ersten Minute dabei, Kollegin Erika Knörzer stieß nach dem ersten Winter dazu. „25 Kinder standen auf der Warteliste“, erinnert sich die 56-jährige Machaalani an den Andrang in den Anfangsjahren. In Springe, in Bad Münder und in Coppenbrügge wurden damals fast parallel Waldkindergartengruppen gegründet. Die große Welle drumherum sei erst später gekommen: „Wir gehörten zu den Pionieren.“

Völksener Eltern initiierten Gruppe

Die Initiative ging vor zwei Jahrzehnten von engagierten Eltern aus Völksen aus. Bei der Suche nach einer Unterkunft stießen sie auf die (kirchliche) Johann-Heinrich-Schröder-Hütte, nicht weit von der Deisterhütte entfernt. Sowohl St.-Andreas-Pastor Volkhard Löber als auch Kirchenkreisamtsleiter Werner Rothe, Kirchenvorsteherin Sabine von Döhren und Springes Schulamtsleiter Bernhard Thörner waren maßgebliche Geburtshelfer. Vor vier Jahren wechselte die Trägerschaft von St. Andreas zum neuen evangelischen Kita-Verband Calenberger Land.

Kinder sind ausgeglichen

Das Spielen bei jedem Wetter mitten in der Natur bleibt für Machaalani die Idealform. Kinder seien im Wald ausgeglichener und früh autonom: Schnitzen, sägen, klettern – den Jungen und Mädchen sei alles nach abgesprochenen Regeln erlaubt. Und Zäune sind nicht erforderlich. „Ich kann mir keinen anderen Arbeitsplatz mehr vorstellen“, sagt Machaalani.

Die tägliche Betreuungszeit endet um 13 Uhr. „Leider“, sagt die Leiterin mit Blick auf die vermehrten Anfragen von berufstätigen Eltern, die Bedarf für eine längere Betreuung haben. Andererseits bleibe der Waldkindergarten eine bewusste Alternative „für Familien, die nach anderen Lebensformen suchen“, sagt Machaalani.

Ein Bett aus Laub:Der Waldkindergarten Springe feiert am Sonnabend, 14. September, 20 Jahresringe. Das Fest für Kita-Familien, Unterstützer, Wegbegleiter, Ehemalige und Nachbarn beginnt um 14.30 Uhr an der Schröder-Hütte. Autofahrer sollten an der Philipp-Reis-Straße parken. Während der Feier wird eine Laubhütte gebaut – das Bett mit Umrandung soll lediglich aus Laub und Ästen bestehen und einen dauerhaft trockenen Kuschelplatz bieten.

Lesen Sie auch:

Waldkindergarten in Lüdersen startet mit 15 Plätzen

Fehlende Kita-Plätze in Springe: Stadt plant Neubauten

Von Marita Scheffler