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Nachrichten Betrüger geben sich am Telefon als Kripo-Beamte aus
Region Springe Nachrichten Betrüger geben sich am Telefon als Kripo-Beamte aus
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15:58 11.07.2019
Die Namen der Angerufenen standen auf sogenannten Einbruchlisten – mitsamt Angaben zu angeblichen Wertsachen der Opfer. Quelle: Uwe Dillenberg
Springe

Das Telefon der Springerin klingelt am Dienstagabend, 22.30 Uhr. Die Nummer ist unterdrückt. Ein Mann meldet sich, stellt sich in akzentfreiem Deutsch als „Kripo“ vor. Er erzählt eine Märchengeschichte, die die echte Springer Polizei gestern als Betrugsversuch wertet – und der alles andere als ein Einzelfall war. Mindestens 13 Mal haben sich Gauner in Springe am Dienstag per Telefon als falsche Polizeibeamte ausgegeben. Auf diese Weise wollten sie offenbar Geld oder Wertsachen erbeuten.

Opfer fragen umgehend bei der echten Polizei in Springe nach

Doch die Opfer sind misstrauisch geworden – und wandten sich umgehend an die echte Polizei, um nachzufragen, ob diese Anrufe ihre Richtigkeit hätten. Hatten sie natürlich nicht. Auch die Springerin wurde misstrauisch, bat darum, zu einer anderen Polizistin auf der Springer Wache verbunden zu werden. Da habe ihr Gegenüber das Gespräch beendet. Sie griff erneut zum Telefon und wählte den Notruf 110, um das Telefonat zu melden.

Polizei: Alle haben richtig reagiert

Laut Hartmut Retzlaff, Leiter des Springer Kriminal- und Ermittlungsdienstes, haben sich die Männer gezielt als Beamte der Springer Kriminalpolizei ausgegeben, die angeblich bei zwei festgenommenen Bulgaren entdeckten Spuren nachgingen: Die Namen der Angerufenen seien auf Einbruchlisten aufgetaucht – samt Angaben zu vermeintlich vorhandenen Tresoren oder Goldbarren.

„Alle haben richtig reagiert und sich an die Polizei gewandt“, lobt Retzlaff das Verhalten der angerufenen Springer. Dass die Masche trotzdem Erfolg hatte, kann er dennoch nicht ausschließen – immerhin könnten die Gauner weitere Springer angerufen haben, die sich nicht rückversicherten. In jedem Fall rät Retzlaff aber zu äußerster Vorsicht, wenn vermeintliche Kriminalbeamte sich per Telefon über Wertsachen erkundigen. Im Zweifelsfall sei es richtig, sich bei der Polizeiwache rückzuversichern.

Von rtm/zett