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Nachrichten Sporthallenmiete: Sportring sieht weitere Vereine zu Unrecht zur Kasse gebeten
Region Springe Nachrichten Sporthallenmiete: Sportring sieht weitere Vereine zu Unrecht zur Kasse gebeten
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13:49 16.10.2019
Die Vereine in Springe sollen für Hallenzeiten Miete zahlen: Diese Regelung in den städtischen Sportstätten hat der Verwaltung schon eine gerichtliche Auseinandersetzung mit dem TTC Springe beschert. Nun zweifeln auch andere Vereine die Rechtmäßigkeit ihrer Zahlungen an. Quelle: F
Springe

In der letzten Oktoberwoche kommt der Runde Tisch Sport zusammen: Vertreter von Stadt, Politik und Sportring sollen dann endlich eine dauerhafte Lösung in Sachen Sportstättenmiete finden. Einige der Forderungen, die der Sportring und die Handballfreunde (HF) im Vorfeld stellen, weist die Stadt jedoch weitgehend zurück. Und auch das von vielen Sportlern erhoffte Aus für die ungeliebte Abgabe scheint in weiter Ferne.

Ziel des Treffens in der Woche nach der nächsten Ratssitzung sei es, mit den Vereinen zu reden, sagt Fachbereichsleiterin Hanna Kahle. „Wir wollen wissen, wo sie Änderungsbedarf bei der Nutzungsordnung sehen.“ Auch die Mietverträge, die die Stadt mit den Vereinen über die Nutzung von Hallen oder Sportplätzen schließen will, sollen diskutiert werden.

Der Sportring mit seinem Vorsitzenden Tobias Berger und die HF haben in einem offenen Brief eine Reihe von Forderungen an die Stadtverwaltung und die Politik gestellt. So bestehe nach dem Juli-Urteil zugunsten des Tischtennisclubs (TTC) Springe dringender Klärungsbedarf. Das Landgericht Hannover hatte damals ein Urteil des Amtsgerichts Springe kassiert. Tenor der Richter: Ohne gültigen Mietvertrag kann die Stadt im Nachhinein kein Geld vom Tischtennisclub für dessen Hallennutzung verlangen.

Aus Sicht des Sportrings sind damit auch die anderen betroffenen Vereine „zu Unrecht“ zur Kasse gebeten worden. Die Politik, fordert Berger, möge die Miete bis zu einer Klärung aussetzen.

Ist Gegenwehr ausschlaggebend?

Eine Rechtsauffassung, die die Stadt nicht teilt: Dort geht man laut Kahle davon aus, dass der entscheidende Unterschied zwischen dem TTC und den anderen Vereinen die laute Gegenwehr des Tischtennisclubs ist: „Von den anderen Vereinen hat nie jemand gesagt, dass er nicht zahlen will.“ Der TTC hatte jedoch genau das getan. „Die Sachverhalte sind deshalb nicht miteinander vergleichbar“, sagt Kahle.

Soll heißen: Die Springer Verwaltung geht davon aus, dass alle anderen Zahlungen rechtmäßig erfolgt und alle anderen Forderungen gültig sind. Spannend dürfte nun sein, ob weitere Vereine das juristisch klären wollen.

Kahle macht denn auch keinen Hehl daraus, dass die Verwaltung an der Satzung festhält – und erinnert daran, dass das Gericht diese im Juli gar nicht grundsätzlich angezweifelt hat. Vonseiten der Stadt werde daher auch kein Antrag an die Politik kommen, die Satzung wieder aufzuheben. Bürgermeister Christian Springfeld hatte zuletzt betont, nur der Rat könne den Beschluss zur Einführung der Miete auch wieder aufheben.

Doch selbst aus den Reihen der Fraktionen und Ratsmitglieder hat bislang niemand einen entsprechenden Antrag gestellt. Den Vorwurf, die Gerichts- und Verwaltungskosten überschritten inzwischen die Einnahmen, weist Kahle entschieden zurück: Der Betrieb der Sportstätten sei für die Stadt so oder deutlich teurer als der Beitrag der Sportvereine: „Selbst wenn die Kosten höher wären, wäre dieses Argument irrelevant.“

Mehr Vereine sollen mitreden

Der Sportring möchte, dass weitere Vereine an den Gesprächen am Runden Tisch teilnehmen: Dieter Röttger (FC Bennigsen) und Wido Rowoldt (TSV Gestorf) sollen als Vertreter des Zusammenschlusses Verstärkung bekommen. „Damit in diesen Gesprächen die aktuellen Probleme jedoch abgebildet werden können, sehen wir es als sinnvoll an, dass mehr Sportarten und betroffene Vereine einbezogen werden“, schreibt der Sportring an Stadt und Politik. Der Vorschlag: Udo Scholz (FC Bennigsen) und Rainer Bölke (FC Eldagsen) sollen dazukommen.

Von Christian Zett