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Region Springe Nachrichten Statt Schließung: Ortsteilbüros bieten Service aus dem Koffer
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18:28 18.06.2019
So könnte der Bürgerkoffer aussehen, der die Verwaltungsaußenstellen künftig ersetzen soll. Quelle: Bundesdruckerei GmbH
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Die Pläne, die Verwaltungsaußenstellen zu schließen und stattdessen einen Bürgerkoffer anzuschaffen, werden immer konkreter: Beschließt der Rat in der kommenden Woche das Konzept zum zentralen Bürgerservice, könnte die Umstellung noch in der zweiten Jahreshälfte über die Bühne gehen. Nur noch bis dahin sollen die Standortbüros weiter geöffnet bleiben – diese sind während der Sommermonate aber ohnehin kaum besetzt.

Gemeinsam mit Bürgermeistern Lösung für Ortsteilbüros gesucht

„Ich bin froh, dass die Politik jetzt weiß, was sie möchte“, sagt Bürgermeister Christian Springfeld. Ursprünglich wollte der Rat bereits Anfang April entscheiden, wie es mit den Verwaltungsbüros weitergehen wird, hatte das Thema aber überraschend auf die nächste Sitzung am 27. Juni verschoben. Im Mai hatten sich dann alle Ortsbürgermeister an einen Tisch gesetzt, um gemeinsam eine Lösung mit einem Kompromiss zu finden. Mit dem Ergebnis: Die Verwaltungsmitarbeiter sollen mit einem Bürgerkoffer in die einzelnen Ortsteile fahren und dort feste Sprechstunden anbieten. „Dadurch sind wir flexibler. Alles Weitere muss sich erst zeigen“, so Springfeld.

Die Dienstleistungen, die die Stadt in den Außenstellen angeboten hatte, sollen größtenteils auch mit dem Bürgerkoffer abgedeckt werden können. Demnach soll es weiter möglich sein, während der Sprechstunde zum Beispiel Personalausweise beantragen zu können, Wohnungen um- oder auch eine Hundesteuer anzumelden.

Klar ist aber auch: Die Stadt will erst einmal herausfinden, wie die Lösung angenommen wird. Das heißt, dass lediglich in den ersten drei Monaten Mitarbeiter während der festgelegten Sprechstunde auch wirklich vor Ort sind. Nach den drei Monaten soll die Sprechstunde nur angeboten werden, wenn sich Springer vorab telefonisch angemeldet haben.

Einsatz stundenweise in Bürgersprechstunden

Neu ist auch, dass nicht nur dort Sprechstunden stattfinden sollen, wo es jetzt noch eine Verwaltungsaußenstelle gibt. So soll der Bürgerkoffer auch in Alferde, Lüdersen, Holtensen, Mittelrode, Alvesrode, und Altenhagen I zum Einsatz kommen – allerdings nur ein oder zwei Stunden im Monat, während in Eldagsen und Bennigsen ein Mitarbeiter zwei Stunden pro Woche in den Außenstellen zur Verfügung steht.

In den anderen Orten weichen die Mitarbeiter etwa auf Feuerwehrhäuser, die Bergdorfhalle oder Dorfgemeinschaftsräume aus. Ein separates Fahrzeug für die Stadt soll aber nicht angeschafft werden. In der zweiten Jahreshälfte 2020 soll eine Bilanz gezogen werden, wie das Angebot genutzt wird und ob Sprechstunden etwa ausgeweitet oder auch reduziert werden können. Sollten die Sprechstunden außerdem nicht verlässlich angeboten werden – immerhin sind die Außenstellen auch jetzt schon häufig geschlossen – müsse das Personal noch einmal angepasst werden.

Die SPD begrüßt das Vorhaben. „Die Vertagung hat sich dafür gelohnt“, betont SPD-Fraktionschef Bastian Reinhardt. Einige Kernpunkte aus dem SPD-Antrag seien in dem Konzept aufgenommen worden. „Das Thema wurde also konstruktiv gelöst.“

Bereits am morgigen Donnerstag wird der nicht öffentliche Verwaltungsausschuss ein erstes Votum abgeben – den endgültigen Beschluss fällt aber der Rat am 27. Juni.

Von Saskia Helmbrecht