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Nachrichten Schützenfest auf dem Burghof: Lärm wird gemessen
Region Springe Nachrichten Schützenfest auf dem Burghof: Lärm wird gemessen
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11:00 04.05.2019
Auf wie viel Dezibel kommen wir? Laut Stadt muss der Jagdklub während der Schützenfestabende auf dem Burghof Lärmmessungen durchführen und die Ergebnisse protokollieren.     Quelle: Ralf T. Mischer
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Springe

Elf Jahre nach dem Abschied vom Burghof und ein Jahr nach dem bitteren Ausfall der Traditionsveranstaltung kehrt das Volks- und Schützenfest im Juni ins Stadtzentrum zurück. Der Jagdklub als Ausrichter lädt vom 14. bis 16. Juni ein. Wir beantworten die wichtigsten Fragen rund um den Trubel. 

Was war denn da los zuletzt?

Nach mehreren Jahren Volks- und Schützenfest am Burghof kapitulierten die Ausrichtervereine im Februar 2008 vor dem Ärger und den Klage-Androhungen seitens der Anwohner. Und zogen zurück zum Festplatz an die Harmsmühlenstraße – zuerst unter lautem Protest; die Jahre darauf feierten sie dort mehr oder weniger zähneknirschend. Zu weit abgelegen sei das Gelände, hieß es immer wieder.

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Seit 2016 gab es dann erste zaghafte Versuche, in die Stadt zurückzukehren. Die nicht nur an erneuten Anliegerprotesten scheiterten, sondern am Ende gar ein wenig eskalierten: Erst sagte die Schützengilde die Ausrichtung des 2018er-Festes ab, weil man das eigene runde Jubiläum auf dem Burghof feiern wollte. Das eilends eingesprungene ­Jägercorps zog dann ganz die Reißleine, weil man sich mit dem Festwirt nicht einig wurde. Ergebnis: der erste Schützenfest-Ausfall der Geschichte. 

Und jetzt klappt es am Burghof besser?

Dass es nun doch klappt mit der Rückkehr, liegt nicht nur an einer offenbaren Beruhigung der Situation mit den Anwohnern. Die Veranstalter schlucken auch die Kröte, das Fest um 23 Uhr am Freitag beziehungsweise 24 Uhr am Sonnabend frühzeitig zu beenden. Und: Der Festplatz an der Harmsmühlenstraße wird langfristig mit einer Kindertagesstätte bebaut – und fällt somit aus. Die Schützen freuen sich über die Rückkehr ins Zentrum, erhoffen sich neues Leben und mehr Besucher für das Fest – auch, weil dieses Jahr parallel auch das Kreisschützenfest in Springe stattfindet. „Die Stimmung ist gut“, sagt Peter Böttcher, Chef des ausrichtenden Jagdklubs.

Die alten Sorgen bleiben im Hinterkopf aber auch die neuen Sorgen: Gibt es Lärmbeschwerden? Und: Wie kommt es an, dass schon früher Schluss ist im Zelt? 

Wer kontrolliert denn die Auflagen?

Laut Stadt die Veranstalter selber. „Sie müssen sich ein Messgerät besorgen und die Werte nach 22 Uhr regelmäßig protokollieren“, sagt Ordnungsamts-Chef Karsten Kohlmeyer. Falls es Beschwerden geben sollte, könnten die Aufzeichnungen kontrolliert werden. Dass städtisches Personal die Lärmmessungen übernimmt, bezeichnet Kohlmeyer als „unverhältnismäßig“. 

Warum lautet das Motto des Sonntags-Festumzugs „Lasst uns feiern“?

In erster Linie sagt es natürlich das aus, was die Organisatoren wollen. Sie bitten alle Umzugsteilnehmer, „die große Vielfalt der Feiermöglichkeiten darzustellen“. Wer mag, kann natürlich auch einen Appell an die Burghof-Anlieger in das Motto lesen: „Bitte – lasst uns feiern ...“ 

Wie soll das Fest ablaufen?

Im Großen und Ganzen wie in den Vorjahren: drei Tage lang von Freitagabend bis Sonntagabend. Los geht es am Freitag um 19.30 Uhr mit der Eröffnung auf dem Markt samt Proklamation der Bürgerkönige. Der Marsch zum Festzelt auf dem Burghof fällt dieses Jahr kürzer aus. Dort findet der Festkommers samt Vereinskönigs-Proklamation statt, bis 23 Uhr wird dann getanzt.

Der Sonnabend startet um 11 Uhr mit dem Festessen (Karten für 14  Euro vom 1. bis 13. Juni bei Uhren Schwarze und im Schützenhaus). Nach dem Feuerwehrkonzert (14.30  Uhr) geht es mit der Kaffeetafel samt Kinderspielen weiter. Der Tanzabend dauert dank Ausnahmegenehmigung am Sonnabend sogar bis 24 Uhr.

Höhepunkt am Sonntag nach dem Wecken (6 Uhr), dem Festgottesdienst in St. Andreas (11 Uhr) und der Kreiskönigsproklamation im Rathauspark (14 Uhr) ist der große Festumzug (Aufstellen ab 14 Uhr In der Worth). Die Route ist natürlich auch neu: Sie führt vom Burghof über In der Worth, Tivolistraße und Hamelner Straße durch die Innenstadt und dann über Hinter der Burg und Schulstraße zum Festplatz. Dort endet das Fest mit Musik, weiteren Ehrungen und Tanz im Zelt.

 

Von Christian Zett