Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Sportstättengebühr: Runder Tisch soll jetzt Lösung finden
Region Springe Nachrichten Sportstättengebühr: Runder Tisch soll jetzt Lösung finden
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:54 15.10.2019
Geld für Hallenzeiten: Diese Regelung in den städtischen Sporthallen hat der Verwaltung schon eine gerichtliche Auseinandersetzung beschert.  Quelle: Ralf T. Mischer
Springe

In der letzten Oktoberwoche kommt der Runde Tisch Sport zusammen: Vertreter von Stadt, Politik und Sportring sollen dann endlich eine dauerhafte Lösung in Sachen Sportstätten-Miete finden. Einige der Forderungen, die der Sportring und die Handballfreunde im Vorfeld erheben, weist die Stadt jedoch weitgehend zurück. Und auch das von vielen Sportlern erhoffte Aus für die ungeliebte Abgabe scheint in weiter Ferne.

Ziel des Treffens in der Woche nach der nächsten Ratssitzung sei es, mit den Vereinen zu reden, sagt Fachbereichsleiterin Hanna Kahle. „Wir wollen wissen, wo sie Änderungsbedarf bei der Nutzungsordnung sehen.“ Auch die Mietverträge, die die Stadt mit den Vereinen über die Nutzung von Hallen oder Sportplätzen abschließen will, sollen diskutiert werden.

„Dringender Klärungsbedarf“ beim Urteil zugunsten des TTC

Der Sportring mit seinem Vorsitzenden Tobias Berger und die HF haben in einem offenen Brief, der dieser Zeitung vorliegt, eine Reihe Forderungen an Stadt und Politik gestellt. So bestehe nach dem Juli-Urteil zugunsten des TTC Springe „dringender Klärungsbedarf“: Das Landgericht Hannover hatte damals ein Urteil des Amtsgerichts Springe kassiert. Tenor der Richter: Ohne gültigen Mietvertrag kann die Stadt im Nachhinein kein Geld vom Tischtennisclub für dessen Hallennutzung verlangen. Aus Sicht des Sportrings sind damit auch die anderen betroffenen Vereine „zu Unrecht“ zur Kasse gebeten worden. Die Politik, fordert Berger, möge die Miete bis zu einer Klärung aussetzen.

Eine Rechtsauffassung, die die Stadt nicht teilt: Dort geht man laut Kahle davon aus, dass der entscheidende Unterschied zwischen dem TTC und den anderen Vereinen die laute Gegenwehr des Tischtennisclubs ist: „Von den anderen Vereinen hat nie jemand gesagt, dass er nicht zahlen will.“ Der TTC hatte jedoch genau das getan. „Die Sachverhalte sind deshalb nicht miteinander vergleichbar“, sagt Kahle.

Wollen weitere Vereine juristisch vorgehen?

Soll heißen: Die Springer Verwaltung geht aus, dass alle anderen Zahlungen rechtmäßig erfolgt sind und alle anderen Forderungen gültig. Spannend dürfte nun sein, ob weitere Vereine das juristisch klären wollen.

Kahle macht denn auch keinen Hehl daraus, dass die Verwaltung an der Satzung festhält – und erinnert daran, dass das Gericht diese im Juli gar nicht grundsätzlich angezweifelt hat. Vonseiten der Stadt werde daher auch kein Antrag an die Politik kommen, die Satzung wieder aufzuheben. Bürgermeister Christian Springfeld hatte zuletzt betont, nur der Rat könne den Beschluss zur Einführung der Miete auch wieder aufheben. Doch selbst aus den Reihen der Fraktionen und Ratsmitglieder hat bislang niemand einen entsprechenden Antrag gestellt. Den Vorwurf, die Gerichts- und Verwaltungskosten überschritten inzwischen die Einnahmen, weist Kahle entschieden zurück: Der Betrieb der Sportstätten sei für die Stadt so oder deutlich teurer als der Beitrag der Sportvereine: „Selbst wenn die Kosten höher wären, wäre dieses Argument irrelevant.“

Von Christian Zett