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Nachrichten Ortsrat macht sich für Stadtfest-Rückkehr 2020 stark
Region Springe Nachrichten Ortsrat macht sich für Stadtfest-Rückkehr 2020 stark
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17:24 19.06.2019
Das letzte Stadtfest ist etliche Jahre her – jetzt hoffen alle auf eine Wiederbelebung im Jahr 2020. Quelle: Archiv
Springe

Neben der Veranstaltungsagentur Schnakenberg ist auch die Agentur Project Events aus Eldagsen im Gespräch. „Wichtig ist uns ein Fest von Springe für Springe“, sagte Tim Schmelzer vom Ortsrat.

Die Feier soll vom 29. bis 31. August auf dem Marktplatz stattfinden. „Es muss auf vernünftige Beine gestellt werden, es wird immer gemeckert in Springe, dass nichts los sei, aber das Schützenfest hat jetzt gezeigt, dass Springe nicht tot ist.“ Für Diskussionen sorgte aber neben der Ausrichter-Frage vor allem eine mögliche Finanzierung, darauf machte Getränkelieferant Constantin Gottschalk gleich mehrfach aufmerksam. Gottschalk war selbst vor einigen Jahren in die Planungen für die Stadtfeste miteingebunden. Der Ortsrat hatte damals immer Geld drauflegen müssen, erinnerte er sich. „Leute, unterschätzt das nicht.“ Problematisch sei auch, wenn ein Externer das Fest auf die Beine stellt. „Es muss persönlich werden, ein Fest auf Augenhöhe mit den Springern.“ Zudem seien die Kosten für die Bühne, Versicherungen, das Sicherheitskonzept oder auch die Security hoch. „Wir werden im Ortsrat aber keine Gruppe finden, die das organisieren wird“, stellte Ortsbürgermeister Karl-Heinz Friedrich klar.

Kein Stadtpersonal verfügbar

Auch die Stadtverwaltung könne keine Mitarbeiter abstellen, betonte Bürgermeister Christian Springfeld. „Wir können über die Rahmenbedingen sprechen und einen kurzen direkten Draht zur Verwaltung anbieten, müssen aber auf ein gewisses Mindestmaß bestehen, wir dürfen zum Beispiel keine Abstriche beim Sicherheitskonzept machen.“

Jetzt sollen die Eldagser von Project Events ins Spiel kommen. „Wir können es uns schon vorstellen, müssen aber über die Kosten reden“, sagte Felix Hagemann. Die Firma wolle kein finanzielles Risiko eingehen. Ob allerdings der Ortsrat als Veranstalter auftritt und die Eldagser Eventagentur für die Organisation engagieren kann, ist noch offen.

Am Ende einigten sich die 15 Interessierten aber klar auf eine abgespeckte Variante: Statt gleich drei Bühnen aufzubauen, sei es wichtiger, ein kleineres Fest mit geringerem Risiko zu stemmen. „Ich sehe das sehr kritisch, wenn wir beschließen, das Fest aufleben zu lassen, dann aber feststellen müssen, dass es doch nicht geht“, so Friedrich. Ziel sei es daher, das Geld vorab über Sponsoren zu bekommen und damit die Kosten zu decken, um unabhängiger davon zu bleiben, wie das Fest am Ende angenommen wird, schlug Alexander Trepka vor, der für den Werbering an dem Infoabend teilnahm.

Die Ortsratsmitglieder Guido Tegtmeyer und Schmelzer wollen sich nun mit Project Events abstimmen. Anschließend soll ein weiteres Treffen mit allen Interessierten folgen. Die Agentur Schnakenberg hatte das Fest bereits 2007 auf die Beine gestellt, später aber gegen die Stadt wegen Gewinnausfalls geklagt. Denn aus Ärger um ihre vermeintliche Ausbootung hatten mehrere verärgerte Innenstadtwirte parallel auf eigenem Grund und Boden Bier für einen Euro verkauft. Ein Jahr später richteten die Gastronomen selbst ein Wirtefest aus - und verursachten den nächsten Rechtsstreit: Sie weigerten sich, die von der Stadt geforderte Sondernutzungsgebühr in voller Höhe zu zahlen. Sie bekamen vor Gericht schließlich Recht. Schnakenberg will laut Tegtmeyer kein finanzielles Risiko eingehen und fordert daher ein hohes Startkapital."Auf jeden Fall brauchen wir ein Konzept und ein finanzielles Fundament", sagte Friedrich. Sein Fazit fällt positiv aus: "Ich denke, es wird klappen, ich habe den Eindruck, dass die, die da waren, sich beteiligen würden."

Von Saskia Helmbrecht