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Region Springe Nachrichten Ortsrat drängt auf Temporeduzierung
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19:19 21.09.2018
Messgerät: Die Daten aus Wülfinghausen werden noch ausgewertet. Quelle: Hermes (Archiv)
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Holtensen/Wülfinghausen

Das Thema steht tatsächlich – fast – während jeder Ortsratssitzung auf der Agenda. Seit Jahren. Passiert ist in Sachen Ortsdurchfahrt Wülfinghausen in den Augen der Ortsratsmitglieder allerdings noch nicht viel, sagen die Ortsratsmitglieder. Und werfen der Stadt und der Region so etwas wie eine Verzögerungstaktik vor.

Benjamin Moß (SPD) hat die Nase voll. Er ist enttäuscht darüber, wie Stadt und Region mit der in seinen Augen gefährlichen Situation in der Ortsdurchfahrt Wülfinghausen umgehen. Erstens ärgert er sich darüber, dass die Auswertung einer Tempomessung, die im August durchgeführt wurde, noch immer nicht vorliege. Außerdem ist er empört darüber, dass das Messgerät, das verwendet worden ist, keine Motorräder erfassen könne. „Es gibt auch Geräte, die zwischen Autos, Lastwagen und Zweirädern unterscheiden können – das will man hier wohl nicht“, sagte er während der Sitzung des Ortsrates am Donnerstagabend in Boitzum.

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Motorradfahrer wurden nicht gemessen

„Das sind ganz dicke Bretter, die wir hier bohren müssen“, kritisierte auch Ortsbürgermeister Heinrich Freimann (CDU) das Vorgehen der Behörden. Die Motorradfahrer aus der Messung herauszunehmen sei „einfach nicht in Ordnung".

Moß hält das für eine „Zermürbe-Taktik“ seitens Stadt und Region. Er ist überzeugt: „Da hilft nur noch Druck.“ Erwogen wurde im Ortsrat unter anderem, den Antrag zu stellen, dass im Ort Tempo 30 wegen der Pferde angeordnet werden solle, die regelmäßig die Straße überqueren müssten. In Sorsum sei das genehmigt worden, hieß es. Freimann glaubte nicht, dass das Problem lösen wird. „Wir können den Antrag stellen, aber ob das klappt, wage ich zu bezweifeln.“

Mobiler Blitzer wurde bereits vor einem Jahr angekündigt

Die Hoffnungen der Ortsratsmitglieder liegen jetzt auf dem mobilen Blitzgerät, das die Stadt mieten möchte. Moß: „Stellen Sie das Gerät einmal im Ort auf – dann haben wir das Thema Ortsdurchfahrt für zwei Jahre nicht mehr auf der Tagesordnung", zeigte er sich überzeugt. Und kritisierte in dem Zusammenhang, dass auch die Anschaffung der mobilen Blitzgeräte seit einem Jahr angekündigt und von der Politik beschlossen sei – dass seitdem aber nicht passiert wäre.

Die Verwaltung indes kündigte noch während der Sitzung an, dass das Gerät ab 2019 angemietet und genutzt werde: „Das wird dann mal öfter hier herumstehen.“

Von Ralf T. Mischer