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19:02 07.11.2019
Hereinspaziert: Uwe Lampe und Dorothea Sandelmann vor der Deisterhütte. Quelle: Ralf T. Mischer.
Springe

Die Veranstaltungen, die es gibt, laufen – aber es gibt nicht genug Veranstaltungen. Und das wiederum liegt daran, dass es nicht genug Vereinsmitglieder gibt, die sich engagieren wollen, sagt Naturfreunde-Chef Uwe Lampe. Deshalb schlägt er jetzt Alarm.

Die Liste mit den funktionierenden Aktivitäten, die Lampe anführt, ist lang: Von der Seniorengruppe über die Ausflugsgruppe bis hin zur Waldkindergruppe ist eine Menge dabei und läuft bestens. Aber wenn es etwa ans Fensterputzen geht, dann steht Vorstandsfrau Dorthea Sandelmann in der Regel allein da. „Die Belastung ist groß, es gibt zu wenig aktive Mitglieder“, klagt sie. Lampe redet Tacheles: „Wenn wir kein neues Leben in den Verein bekommen, sind wir nur noch ein Vermietungsbetrieb für die Deisterhütte, das wollen wir nicht.“

Belebung des Vereinslebens gefragt

Die Verpachtung laufe zwar gut und spüle eine Menge Einnahmen in die Kasse der Naturfreunde – aber das sei es nicht, worum es bei den Naturfreunden gehe. Deshalb wünschen sich Lampe und Sandelmann eine „deutliche Belebung des Vereinslebens“ (Lampe) und das soll nun auch zum Thema bei der kommenden Jahresversammlung am 22. November werden.

Dann will Lampe deutlich machen, dass er als Vorsitzender noch ein halbes Jahr zur Verfügung steht. Und sich natürlich möglichst viele engagierte Vorstandsmitglieder wünscht.

Naturfreunde wollen Satzung ändern – als Weckruf

Außerdem steht auf der Tagesordnung, eine Satzungsänderung zu beschließen: Bislang können die Mitglieder die Auflösung des Vereins nämlich nur während einer Mitgliederversammlung beschließen, an der drei Viertel der Vereinsmitglieder teilnehmen. So viele Mitglieder kommen in der Regel aber gar nicht. Deshalb will der Vorstand die Drei-Viertel-Regel kippen.

„Das ist zum Wachrütteln gedacht, als Signal an die jungen Mitglieder, dass sie sich engagieren müssen“, sagt Sandelmann. Lampe stellt heraus, dass auch die Vermietung Zeit der Ehrenamtlichen binde, falle sie weg, wären wieder Kräfte für Aktionen und Veranstaltungen frei – allerdings habe sich bislang keine Lösung gefunden. Dass nun die Satzung geändert werden solle, will Lampe allerdings nicht als ein „Läuten der Totenglocken“ verstanden wissen. „Wir wollen das als Weckruf verstehen“, bestätigt er seine Vorstandskollegin.

Bereits im Jahr 2017 hatten die Naturfreunde die Auflösung der Ortsgruppe knapp abwenden können. Zeitweise war auch im Gespräch, die Ortsgruppe in Springe mit der in Barsinghausen zusammenzulegen.

Von Ralf T. Mischer