Naturfreunde in Springe feuern Warnschuss ab
Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Naturfreunde feuern Warnschuss ab
Region Springe Nachrichten Naturfreunde feuern Warnschuss ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:56 25.11.2019
Ernste Gesichter beim Vorstand der Naturfreunde: Der Vizevorsitzende Reinhard Kitsch (von links), Vereinschef Uwe Lampe und Kassiererin Stephanie Stamme. Quelle: Foto
Anzeige
Springe

Die Springer Ortsgruppe steht dann vermutlich vor dem Aus, redeten der Vorsitzende Uwe Lampe, sein Stellvertreter Reinhard Kitsch und Kassenwartin Stephanie Stamme den Anwesenden ins Gewissen.

Deutliche Worte vom Vorstand

Lampe fand im Veranstaltungsraum der Deisterhütte deutliche Worte: Allein die Tatsache, dass nur 22 der insgesamt rund 130 Mitglieder zur Versammlung gekommen seien, könne einen Angst und Bange machen, sagte er. Denn es sind die interessierten und einsatzbereiten Naturfreunde, an denen es mangelt. Kaum zwei Hände voll Engagierter – der Vorstand bereits eingeschlossen – halten die Aktivitäten von der Senioren- über die Wander- bis zur Ausflugsgruppe am Laufen.

Anzeige

Dabei seien es mehrheitlich Nichtmitglieder, die an den Fahrten teilnehmen, so Reinhold Krause, der die regelmäßigen Tagesfahrten organisiert. Vakant blieb erneut der Posten des Schriftführers, den der Vizevorsitzende Kitsch übernahm. „Die Ämterhäufung ist auf Dauer aber nicht tragbar“, hatte er schon vor der Wahl gesagt. Er sprach von einer „bedrückenden Situation“.

Es sei nicht auszuschließen, „dass wir Mitte nächsten Jahres sagen: Die Arbeitsbelastung ist nicht mehr leistbar“, so Lampe. Ob sich dann ein Nachfolgevorstand finden lasse, sei mehr als fraglich. „Wenn wir das Vereinsleben nicht neu beleben, wissen wir nicht, wie es weitergeht und müssen mit der schlimmesten Entwicklung rechnen.“

Satzungsänderung beschlossen

Auch deshalb hatte der Vorstand eine Satzungsänderung auf die Tagesordnung gesetzt. Für eine Mitgliederversammlung, die eine Auflösung beschließen kann, müssen nun nicht mehr drei Viertel der Mitglieder anwesend sein. Dieser Änderung stimmten die Anwesenden zu – allerdings nach einer kontroversen Diskussion, nach der ein Mitglied wutentbrannt den Raum verließ und ein anderes bekannte: „Es ist gut, die Leute mit dieser Entscheidung wachzurütteln“.

Positives konnte Hausreferent Hans-Peter Warnsmann von den Übernachtungszahlen in der Deisterhütte berichten. Bis Mitte September konnten 20 500 Euro eingenommen werden, mehr als im gesamten Vorjahr. „Es wäre ein sensationelles Jahr geworden, wenn der Wassermangel nicht eine Schließung des Betriebs erzwungen hätte“, so Warnsmann. Mitte September waren die Brunnen ausgetrocknet, nichts ging mehr. Termine mussten gestrichen und bereits bezahlte Buchungen rücküberwiesen werden.

Von Anne Brinkmann-Thies