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Nachrichten Tank aufgerissen: Diesel landet im Wald
Region Springe Nachrichten Tank aufgerissen: Diesel landet im Wald
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12:51 24.10.2019
Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr sichern die Gefahrenstelle am Bennigser Waldrand: Sie streuen die zwei Kilometer lange Dieselspur mit Bindemittel ab und dichten den beschädigten Tank des Holzlasters ab. Quelle: Bernhard Herrmann
Bennigsen

Ein Lastwagenfahrer hat am Dienstagabend eine zwei Kilometer lange Dieselspur auf Waldwegen im Dünner Daberg hinterlassen. Nach Angaben der Polizei fuhr der 48-Jährige mit seinem MAN-Lastwagen samt Ladekran und etwa ein Dutzend geladener Baumstämme aus dem Dünner Daberg auf Waldwegen in Richtung Bennigsen, als er mit der rechten Seite seines Fahrzeugs auf einen Baumstumpf stieß.

Tank wurde eingedrückt und aufgerissen

Durch den Zusammenstoß wurde der Dieseltank, der mehrere Hundert Liter fasst, rechts eingedrückt und aufgerissen. Ob der 48-Jährige den Unfall bemerkt hatte, ermittelt momentan die Polizei. Während Kraftstoff in großen Mengen aus dem Tank lief und sich über mehrere Hundert Meter auf den mit Laub bedeckten Waldwegen verteilte, setzte der Lkw-Fahrer einer Gütertransportfirma aus Salzwedel seinen Weg fort.

An der Ostspitze des Waldgebietes vor den Feldern angekommen, setzte der 48-Jährige den Lkw an einer Weggabelung etwa 30 Meter zurück in einen unbefestigten Weg. Dann stellte er den Holzlaster südlich der Gleiwitzer Straße an einen unbefestigten Feldweg ab, nahe dem Hüpeder Bach unmittelbar am Waldrand.

Starker Dieselgeruch in weitem Umkreis

Die Regionsleitstelle alarmierte um 18.20 Uhr die Ortsfeuerwehren aus Bennigsen, Eldagsen und Springe mit dem Gefahrgutanhänger. Als die 30 Einsatzkräfte mit sechs Fahrzeugen den havarierten Lkw erreichten, roch es in weitem Umkreis stark nach Dieselkraftstoff. Der 48-jährige Fahrer war nicht mehr vor Ort. Laut Bennigsens Ortsbrandmeister Patrick Rokahr konnte der Fahrer über die Polizei ermittelt werden – er war im Ort unterwegs. Die Feuerwehrleute begannen sofort, den auslaufenden Kraftstoff in Wannen aufzufangen und die Einsatzstelle mit Halogenschweinwerfern auszuleuchten. Parallel wurde die ausgetretene Flüssigkeit mit Bindemittel gebunden. Anschließend wurde der verbliebene Kraftstoff aus dem Tank abgepumpt und in Kanister gefüllt – laut Feuerwehr waren es noch etwa 20 Liter Diesel. Der leere Tank wurde daraufhin mit Holzkeilen provisorisch abgedichtet.

Weitere Einsatzkräfte streuten zu Fuß Bindemittel auf den Waldweg, den der Fahrer genommen hatte – die Dieselspur zog sich auf zwei Kilometer Länge hin. Dabei wurde das Granulat auf die angeleuchtete, deutlich sicht- und riechbare Dieselspur auf den mit Blättern bedeckten Waldboden gestreut.

Einsatzkräfte streuen 450 Meter Dieselspur ab

Nach etwa 450 Metern wurde diese anstrengende Arbeit zunächst eingestellt und die Einsatzkräfte gingen zurück. Mittlerweile war der Lastkraftwagenfahrer zu seinem Fahrzeug zurückgekehrt. Später wurde der weitere Waldweg mit einem geländegängigen Feuerwehrfahrzeug abgefahren, weiteres Bindemittel ausgestreut und die Schadensstelle gesucht. Der Feuerwehreinsatz war gegen 22.15 Uhr beendet. Ein Mitarbeiter der Unteren Wasserbehörde der Region Hannover hatte sich am Mittwoch bei Tageslicht den Umweltschaden im Waldgebiet angesehen. Bislang gibt es noch keine Angaben zum weiteren Vorgehen.

Von Bernhard Herrmann