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Region Springe Nachrichten Konstanze Eickhorst begeistert im Jagdschloss mit Klaviermusik
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18:46 26.11.2018
Pianistin Konstanze Eickhorst überzeugt mit ihrem Programm die Besucher des Kulturkreis-Konzerts.
Pianistin Konstanze Eickhorst überzeugt mit ihrem Programm die Besucher des Kulturkreis-Konzerts.
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Am Sonntagabend blieben einige Plätze im Kaisersaal des Jagdschlosses frei. „Wenn nur das Klavier gespielt wird, dann ist der Besuch meist nicht so toll“, sagte einer der Konzertgäste. Vielleicht lag es aber auch am Nebel, der sich über das Tal zwischen kleinem und großem Deister gelegt hatte, dass sich einige nicht mehr trauten, mit dem Auto bis zum Jagdschloss zu fahren.

Dabei hätte es sich wirklich gelohnt, zu kommen. Die Pianistin Konstanze Eickhorst zeigte ihre große Interpretationsgabe am Flügel in beeindruckender Art und Weise.

Kulturkreis-Chef Hinrich Bergmeier verriet bei der Begrüßung, dass die Musikerin schon einmal für den Kulturkreis gespielt hat – damals war sie aber noch nicht volljährig. Hinter ihr und vermutlich auch vor ihr liegt eine beachtliche Karriere. Als Fünfjährige erhielt sie Blockflöten- und Klavierunterricht und kam mit gerade einmal elf Jahren an die Hochschule für Musik und Theater in Hannover. Mit 28 Jahren wurde sie bereits Professorin in Hannover und wechselte einige Jahre später an die Hochschule in Lübeck.

Ein Spätwerk des Meisters

Vor zwei Jahren übernahm sie außerdem eine Gastprofessur an der Musikhochschule Krakau. Zahlreiche CD-Veröffentlichungen, Solo- und Ensemblekonzerte und Preise flankieren den Weg ihrer musikalischen Entwicklung.

Der Applaus zwischen den einzelnen Stücken zeigte, dass die Besucher hochzufrieden waren. Auf dem Programm standen Joseph Haydns Klaviersonate in C-Dur, Franz Schuberts Impromptus für Klavier und nach der Pause Ludwig van Beethovens Klaviersonaten Nummern acht und 32, beide in c-Moll. „Das ist ein Programm, das sich um die Tonarten C-Dur und c-Moll rankt“, sagte Eickhorst. Die Klaviersonate Nummer acht stammt vom jungen Beethoven, Nummer 32 ist ein Spätwerk des Meisters. „Damals hatte er schon Probleme mit seiner Taubheit. Da schreibt er sehr viel mit Distanz, tiefer Bass, hoher Sopran. Das ist in der Sonate auch ganz deutlich zu hören. Man nimmt an, dass er zwischen hohen und tiefen Tönen am besten unterscheiden konnte.“

Noch etwas anderes ist auffällig, was Karin Müller-Rothe, Vorstandsmitglied des Kulturkreises, erwähnte: Im zweiten Satz der Klaviersonate 32, der Arietta, finden sich in Rhythmus und Harmonie Anklänge an den Jazz späterer Zeiten – das ließ aufhorchen. Es ist unwahrscheinlich, das Beethoven so etwas jemals gehört hatte, und trotzdem konnte er damals solche Noten schreiben.

Ein großartiges Konzert, fanden auch die Zuhörer und zeigten das durch den Applaus.

Von Horst Voigtmann