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Nachrichten Bauboom: Springe wächst rasant
Region Springe Nachrichten Bauboom: Springe wächst rasant
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16:07 15.10.2019
Beim Mehrgenerationen-Wohnprojekt am Weißen Brink geht es derzeit in großen Schritten voran. Quelle: Ralf T. Mischer
Springe

In den Wohnungsmarkt kommt jede Menge Bewegung: Welche Bauprojekte in der Kernstadt konnten schon realisiert werden? Welche Projekte nehmen Fahrt auf? Wir haben bei den Planern nachgefragt, wie der aktuelle Stand der Dinge ist – und wie begehrt der Wohnraum tatsächlich gerade ist.

Wehrstraße: Auf dem Gelände der Fleischerei Howind an der Wehrstraße sind 17 neue Wohnungen entstanden.16 sind bereits verkauft, freut sich Investor Dennis Melching. Auch für die letzte freie Wohnung gebe es schon Interessenten. „Wir sind zufrieden, der Bedarf ist da.“ Vor etwa vier Wochen konnte das 15-monatige Bauprojekt komplett fertiggestellt werden- „Wir waren gut im Zeitplan.“ Auch die Arbeiten am Außengelände sind bereits abgeschlossen.

Wohnanlage: Am KalkwerkAuf dem Gelände des ehemaligen Hofs Bormann, Am Kalkwerk in Springe, sind auf gut 5600 Quadratmetern 56 barrierearme Neubaueigentumswohnungen entstanden. „Im November sind wir zu 80 Prozent fertig“, sagt Investor Isuf Ademi. Im März soll die Außenanlage gestaltet werden. Die ersten Einwohner werden bereits im Dezember einziehen – und damit sogar Monate früher eher als ursprünglich geplant. „Es ist alles nach Plan gelaufen.“ Mehr als die Hälfte aller Wohnungen sei bereits verkauft – sehr zur Freude von Ademi. Er ist sich sicher, dass er auch die letzten freien Wohnungen verkaufen wird. „Ich habe jeden zweiten Tag neue Anfragen.“ Vor allem Interessenten im Alter von 40 Jahren und älter würden sich bei ihm erkundigen. Die bereits verkauften Wohnungen gingen zur Hälfte an Springer, die anderen 50 Prozent kämen aus der Region, aber auch aus ganz Deutschland, sogar aus Bayern. „Damit hätte ich so nicht gerechnet. Aber man merkt: Die Menschen wollen es modern und sie wollen Luxus, ohne viel Aufwand zu haben.“

Weißer Brink: Beim Mehrgenerationen-Wohnprojekt am Weißen Brink geht es derzeit in großen Schritten voran: Am 21. Oktober sollen die Bagger rollen, kündigt Mitinitiator Axel Kemper an. „Es hat ja jetzt auch lange genug gedauert.“ Die Bauzeit schätzen die Planer auf 15 Monate. Entstehen sollen auf dem Gelände neben der St.-Petrus-Kirche insgesamt zwölf Wohnungen. Maximal 15 wären möglich gewesen. „Weil am Anfang aber eher wenig Interesse da war, hatten wir uns dann für zwölf entschieden“, so Kemper. Und von denen seien derzeit nur noch zwei frei. „Wir hatten uns damals ein Limit gesetzt, wenn 75 Prozent weg sind, dann fangen wir an.“

Das Besondere an dem Projekt laut Kemper: Die künftigen Besitzer könnten bei der Gestaltung mitwirken. Bereits jetzt hätten sich die Interessenten untereinander eng vernetzt und organisieren zum Beispiel die Kinderbetreuung für eine alleinerziehende Mutter. „Wir wollen uns aber nicht nur um uns selbst drehen, sondern uns nach außen hin öffnen, Veranstaltungen besuchen und uns als eine Art sozialer Dreh- und Angelpunkt verstehen.“ 

 

Das sind die Bauprojekte in Bennigsen

Nicht nur in der Kernstadt, auch in Bennigsen stehen derzeit zahlreiche Bauprojekte an. Ein Überblick:

Buchenweg (acht Einfamilienhäuser): Bei den Plänen für das Baugebiet Buchenweg arbeitet der heimische Investor gemeinsam mit der Stadt Springe an einer Lösung für das Abwasserproblem, sagt Ortsbürgermeister Jörg Niemetz. Die Befürchtung der Anwohner: Durch zusätzliche Wohnungen könnte das Wasser noch schneller als bislang fließen, sodass noch schneller Keller volllaufen könnten.

 Medefelder Straße (elf Einfamilienhäuser): Der Aufstellungsbeschluss ist gefasst, jetzt geht es an den Bebauungsplan. Der Investor, die Niedersächsische Landgesellschaft (NLG), hofft auf einen Baubeginn im kommenden Jahr, so Niemetz.

Zur Schille (86 Wohneinheiten): Dort läuft derzeit schon die Öffentlichkeitsbeteiligung: Noch bis zum 24. Oktober können Bürger Stellungnahmen zu den Plänen abgeben, die im Baudezernat und unter www.springe.de ausliegen und abrufbar sind.

Schwägermann(44 Wohnungen): Auf dem Gelände des ehemaligen Gasthauses Schwägermann sollen vier moderne Wohngebäude mit 44 Eigentumswohnungen entstehen.

 „Jetzt ist es wichtig, mit der Infrastruktur schnell nachzukommen und Kita-Plätze zu schaffen oder auch einen zusätzlichen Nahversorger nach Bennigsen zu holen“, so Niemetz. Ziel sei es, nicht überlaufen zu werden, sondern vor Fertigstellung der Baugebiete die Weichen zu stellen.

Überlegungen gibt es auch schon für die Nachnutzung der Peter-Härtling-Schule, die 2021 geschlossen wird. Der Ortsrat hofft auf die Einrichtung einer Begegnungsstätte. „Viele Vereine haben Bedarf nach Räumen.“ Offenbar sei dort aber auch die Einrichtung einer Kita im Gespräch gewesen.

Dort könnte gebaut werden:

Wo könnten künftig weitere Baugebiete entstehen? Eine entsprechende Übersicht wurde der Politik vor etwa einem Jahr vorgelegt. Die Untersuchung zeigt, für welche Flächen es welche Voraussetzungen gibt. Ob, wann oder wie die Flächen entwickelt werden sollen wurde nicht beraten, sagt Bauchef Jörg Klostermann. „Eine umfassende Flächenentwicklung bedarf einer genauso umfassenden und gesamtstädtischen Strategiediskussion unter Beteiligung der Bürgerschaft. Eine Flächenentwicklung macht nur Sinn, wenn die erforderliche Infrastruktur vorhanden ist oder mit entwickelt wird.“

Aus dem Baulückenkataster ergibt sich, dass es derzeit etwa 250 Baulücken gibt. Einige davon seien sofort bebaubar, bei anderen müsse noch eine Erschließung hergestellt werden.

Von Saskia Helmbrecht