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10:59 29.08.2015
Gut 150 umgebaute und aufgehübschte Autos parken an der Osttangente: Alle sechs Wochen treffen sich die Autofans.   privat
Gut 150 umgebaute und aufgehübschte Autos parken an der Osttangente: Alle sechs Wochen treffen sich die Autofans. Quelle: Privat
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Springe

Der Lack glänzt, die Felgen funkeln. Während gegenüber die Springer ihre letzten Wochenendeinkäufe erledigen, schlendern zwischen den Autos junge Menschen hin und her, lachen, diskutieren. Kevin Kemmena, selbst Springer, ist Mitorganisator der Treffen. Er erinnert sich an die Anfänge „mit zehn oder 20 Autos“. Der Gruppe war der Weg zu einer regelmäßigen, größeren Veranstaltung nach Celle zu weit geworden. Nach und nach wurde Springe vom Geheimtipp zum Großveranstaltungsort: Inzwischen treffen sich alle vier bis sechs Wochen gut 150 Tuner aus dem Gebiet von Minden über Hameln bis Hannover und Hildesheim. Immer sonnabends nach Geschäftsschluss.

Kemmena, 28 Jahre alt, weiß, dass er und seine Mitstreiter mit vielen Vorurteilen zu kämpfen haben: Sie gelten als Raser, als Aufschneider, als Schrauber, die ihre Wagen illegal umbauen - und als die, die nach ihren Treffs die öffentlichen Plätze vermüllt hinterlassen. Die Tuning-Freunde haben keine Lust auf dieses Image. Die Veranstaltungen in Springe sind offiziell angemeldet - der Betreiber des Einkaufszentrums weiß genauso Bescheid wie die heimische Polizei, die regelmäßig auf dem Parkplatz kontrolliert. Solange sich alle an die Regeln halten, dürfen sich die Autofans dort versammeln.

Wer sich per sozialem Netzwerk Facebook anmeldet, der wird über die Regeln informiert: keine Burn-outs (das Durchdrehen der Reifen im Stand), keine Rennen, keine sonstigen Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung.

„Klar, es gibt auch mal Ausreißer“, sagt Kemmena. Auf dem Parkplatz bleibt es dabei meist ruhig. „Aber ich kann ja zum Beispiel nicht sehen, ob jemand von hier zur B 217 fährt und sich da ein Rennen liefert.“ Wer sich vor Ort nicht benimmt, den können die Veranstalter des Platzes verweisen. Außerdem wird jedes Auto beim Reinfahren fotografiert - inklusive Kennzeichen.

Die Organisatoren setzen auch in Sachen Sauberkeit auf Selbstkontrolle. Sie hängen Müllbeutel auf und fordern alle auf, diese auch zu nutzen. „Ich bin froh, dass wir hier keinen McDonald’s haben“, sagt Kemmena - das Verpackungsmaterial des Burger-Braters sorgt andernorts regelmäßig für Abfallberge.

Bei den Autos selbst ist alles dabei. Und in der Regel auch alles legal. Kemmena fährt einen umgerüsteten Nissan Skyline, einen Importwagen aus Japan. „Ich habe andere Felgen, etwas am Fahrwerk gemacht und an der Auspuffanlage.“ Wer umbaut, muss zum Tüv, das Auto abnehmen lassen. Oder er darf es im Straßenverkehr nicht mehr benutzen.

Bis etwa 23 Uhr bleiben die Tuner meist in Springe. Zeigen einander ihre neuen Umbauten, tauschen Erfahrungen aus. „Für uns ist wichtig, in Kontakt zu bleiben, sich Ideen zu holen.“ Das nächste Treffen findet am Sonnabend, 12. September, statt. „Wer sich das anschauen möchte, kann gerne vorbeikommen“, wirbt Kemmena - auch ohne eigenes Auto.

von Christian Zett