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Nachrichten SPD diskutiert über Frauenrechte
Region Springe Nachrichten SPD diskutiert über Frauenrechte
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18:49 25.11.2018
Angeregte Diskussion mit Kerstin Liebelt (hinten von links), Thela Wernstedt und Eberhard Breszki über das Frauenwahlrecht.
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Eldagsen

Seit 100 Jahren können Frauen wählen und gewählt werden: 1918 wurde in Deutschland das Frauenwahlrecht erkämpft und eingeführt. Dieses Jubiläum nahm die SPD Springe zum Anlass, über die Rolle von Frauen in der Politik zu reden. Im Ratskeller in Eldagsen begrüßte Ortsvereinschef Eberhard Breszki die beiden Landtagsabgeordneten Thela Wernstedt und Kerstin Liebelt. Wernstedt tauchte in ihrem Vortrag in die Geschichte ein – bis weit vor 1918: „Immer hat es starke Frauen gegeben, die oft zwar nur in kleinen Schritten etwas angestoßen haben, das aber immer zu Veränderungen in der Gesellschaft führte.“ Wernstedt erinnerte daran, dass Frauen in Deutschland bis 1908 nicht mal Mitglied einer Partei sein durften. Nachdem 1918 der Rat der Volksbeauftragten das aktive und passive Frauenwahlrecht beschlossen hatte – einer der Fürsprecher war Sozialdemokrat August Bebel – konnten sie zum ersten Mal im Januar 1919 die verfassungsgebende Nationalversammlung mit wählen. 300 Frauen bewarben sich  – und errangen 37 der 423 Mandate. Deutschland, daran erinnerte Wernstedt auch, war spät dran mit diesem Schritt: Schon 1788 wurde in den Vereinigten Staaten das Frauenwahlrecht eingeführt – und auch Neuseeland, Australien, Finnland, Norwegen, Dänemark und Kanada waren schneller als Deutschland. Dem Vortrag folgte eine lebhafte Fragestunde mit engagierten Diskussionen. Dabei ging es schnell in die Gegenwart – Themen waren die Rolle von Mann und Frau heute, Errungenschaften im Berufsleben wie die Rückkehr nach dem Mutterschaftsurlaub in die Vollzeitarbeit, aber auch Frauen in der Sportberichterstattung, Gewalt gegen Frauen sowie Frauenhäuser. Teilnehmer erinnerten daran, dass noch bis in die Siebzigerjahre Frauen nur dann arbeiten konnten, wenn es der Ehemann schriftlich erlaubte.

Breszki war am Ende sehr angetan von der lebhaften Diskussion. Bei allen Schwierigkeiten, die das Thema mit sich bringe, sei das nächste Ziel klar: „Wir wünschen uns, dass mehr Frauen auf den Wahllisten auftauchen.“ 

Von Friedhelm Lüdersen