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Region Springe Nachrichten Anwohner protestieren gegen Bauprojekt
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15:39 30.05.2019
Der alte NP-Markt am Kalkwerk soll abgerissen werden, der Investor möchte dort ein ähnliches Bauprojekt wie auf der gegenüberliegenden Straßenseite (im Hintergrund) verwirklichen. Quelle: Marita Scheffler
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In der Nachbarschaft stehen Hochhäuser. Muss deshalb die letzte Freifläche ebenfalls massig bebaut werden? Mehrere Anwohner der Ecke Kalkwerk/Bernauer Straße wehren sich dagegen, dass der frühere NP-Markt samt Parkplatz drei viergeschossigen Wohnblocks weichen soll. Laut aktuellem B-Plan sind maximal zwei Vollgeschosse erlaubt, die Stadtverwaltung möchte die Vorschriften aber auf Antrag des Investors ändern.

Statt Bausünde Brückenschlag zwischen Bauformen gefordert

„Es ist ja nicht so, dass wir gegen eine Bebauung sind“, sagt Klaus Holze, während er auf dem Balkon seiner Eigentumswohnung in der Magdeburger Straße steht. Das, was nebenan errichtet wird, soll nur bitte keine neue Bausünde sein, sondern auch zu den direkt angrenzenden Ein- und Zweifamilienhäusern an der Bernauer Straße passen.

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Mit einer geschickten Lösung könnte der Brückenschlag zwischen den unterschiedlichen Bauformen gelingen und das Quartier insgesamt aufgewertet werden.

Protest aus Nachbarschaft gebündelt

Zumal an der Kreuzung bereits in die Höhe gebaut wird: Auf dem früheren Bormann-Hof entstehen viergeschossige Blocks mit gut 50 Wohnungen. Auf dem NP-Gelände sollen es fast 50 Wohnungen sein – allerdings auf deutlich weniger Raum. Es sei nur ein Viertel der Grundfläche vorhanden, sagt Dennis Reuter, der unter Holze wohnt und zusammen mit ihm die Proteste aus der Nachbarschaft bündelt. „Das ist für den Platz völlig überdimensioniert.“

Im März stellte der Investor seine Pläne im Fachausschuss vor. Holze, Reuter und andere Nachbarn verfolgten die Sitzung. „Uns wurde gesagt: Ihr könnt euch ganz ruhig zurücklehnen“, erzählt Holze. Anschließend reichten sie bei der Stadt eine Petition ein und wendeten sich auch an SPD und CDU.

Planungsausschuss berät nächste Woche

In der nächsten Woche steht die Bebauungsplanänderung allerdings bereits auf der Tagesordnung des Planungsausschusses. Nur durch Zufall hätten sie davon erfahren, ärgert sich Holze: „Wir fühlen uns überrumpelt und so, als würde man versuchen, uns aus dem Rennen zu nehmen.“ Informiert worden seien sie nämlich nicht. In der Nachbarschaftsrunde ist von einer Ungeheuerlichkeit die Rede: „Die wollen uns ins offene Messer laufen lassen.“

Im Fachausschuss wird der Planer sein Konzept erneut vorstellen und auch den Schattenwurf der Gebäude zeichnen. Die Nachbarn fordern eine unabhängige, gutachterliche Stellungnahme. Noch mehr stört sie aber, dass die Verwaltung in der Drucksache für eine Bebauung mit vier Vollgeschossen plädiert – es gebe also eine klare Vorfestlegung zugunsten des Investors.

Von Marita Scheffler