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Region Springe Nachrichten Am Neubaugebiet kommen Zweifel auf
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20:35 18.09.2013
Von Andreas Zimmer
Der Rat der Stadt Springe muss über das Neubaugebiet „Südlich des Bosselweges“ entscheiden. Quelle: Andreas Zimmer
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Springe

Für das Neubaugebiet „Südlich des Bosselweges“ soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden. Das hat der Planungs- und Umweltausschuss am Dienstagabend gefordert. Zwei Mitglieder der Bündnisgrünen und ein SPD-Ratsherr enthielten sich bei der Abstimmung. Der Ortsrat Völksen diskutiert erst am 22. Oktober über das Vorhaben, es steht aber schon am 26. September auf der Tagesordnung des Verwaltungsausschusses. „Eigentlich müsste erst der Ortsrat gehört werden“, sagte Ausschussvorsitzender Jürgen Kohlenberg (CDU) aus Völksen am Dienstagabend, „aber der stimmt bestimmt dafür“.

Nicht alle Ortsratsmitglieder seien mit dem neuen Baugebiet einverstanden, räumte Ortsbürgermeisterin Sigrid Hachmeister (SPD) am Mittwoch ein. „Die Mehrheit allerdings schon.“ Das Thema sei intern fraktionsübergreifend besprochen worden. Ein politisches Mitspracherecht habe das Gremium nicht. Doch es sei guter Brauch in Springe, dass Fachausschüsse die Meinung der jeweiligen Ortsräte einholen.

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Aus Sicht von Hachmeister ist das neue Baugebiet gut, um den drittgrößten Stadtteil zu beleben. „Laut Stadtverwaltung gibt es auch eine Nachfrage nach weiteren Häusern in Völksen“, sagte Hachmeister. Sie bedauert, dass sich einige Anwohner durch den Bau möglicherweise gestört fühlen könnten. Einer von ihnen hatte seinen Unmut in der Ausschusssitzung geäußert. Stadtplanerin Susan Demelius entgegnete, nach bisherigem Kenntnisstand sei Lärm durch die nahegelegene B 217 nicht zu erwarten. Hachmeister sagte am Mittwoch: „Der Baulärm lässt sich nicht vermeiden.“ Der Anwohner warnte auch davor, dass der Bosselweg für den vermehrten Autoverkehr zu klein sei.

Die CDU in Völksen kritisiert, dass Ackerflächen verschwinden und versiegelt werden. Der stellvertretende Ortsbürgermeister Frank Unger (CDU) befürwortet das Baugebiet trotzdem. „Es wird unsere Grundschule weiter stärken“, nannte er ein Beispiel. Unger sieht allerdings ein Ende der Baugebiete: „Wir haben dann keine freien Flächen mehr.“ Zudem könne Völksen nicht unbegrenzt weitere Bewohner locken, da es zum Beispiel bis jetzt nur einen Vollversorger gibt. „Kneipen haben wir gar keine mehr. Der Infrastruktur helfen die Neubaugebiete leider nur bedingt.“ Die Ortsratsmitglieder Uwe Pröve (Grüne) und Friederike Schwabe (FDP) waren am Mittwoch nicht zu erreichen.

Tobias Lehmann und Andreas Zimmer

Andreas Zimmer 17.09.2013
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