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Nachrichten 275 Kinder sind immer noch ohne Betreuung
Region Springe Nachrichten 275 Kinder sind immer noch ohne Betreuung
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15:46 25.10.2019
Caroline Gonschorek (v. l.), Katharina Noeske und Friederike Brück sprechen über die fehlenden Kita-Plätze. Quelle: foto: Reinhold Krause
Eldagsen

Gebührenerhöhungen sorgen immer für Frust und Ärger bei Betroffenen. So auch die Ankündigung der Stadtverwaltung, die Betreuungsgebühren für die Hortplätze anheben zu wollen. Dazu hatte auch der Kita-Stadtelternrat jede Menge Gesprächsstoff.

Während der Sitzung in der Kita in Eldagsen wurden viele Beispiele aus deutschen Großstädten wie München genannt. Dort werden etwa 130 Euro für die Hortgebühr fällig; in Berlin ist die Betreuung sogar kostenlos – vor diesem Hintergrund seien die Forderungen in Springe kritisch.

Belastung höher als in Nachbarkommunen

Dass die Betreuung der Hortkinder kostendeckend sein muss, darin waren sich die 28 Elternvertreter und Kita-Leiterinnen einig. Mit der geplanten Beitragsanhebung würden die Eltern mit 223 Euro monatlich wesentlich höher belastet werden als Eltern in vergleichbaren Nachbarkommunen – das musste sich auch Bastian Reinhardt (SPD) als Vorsitzender des Ausschusses für Jugend, Soziales und Gleichstellung, ins Stammbuch schrieben lassen.

Nur wenige für kostenlose Hortbetreuung

Obwohl einige Sitzungsteilnehmer eher für eine kostenlose Hortbetreuung plädierten, war sich der Großteil darüber einig, es bei den bisherigen Kosten zu belassen und sie seitens der Verwaltung zu deckeln. Reinhardt berichtete während des Treffens außerdem über die Arbeit des Ausschusses, denn unter den Teilnehmern waren auch einige Neulinge. Eine Forderung war etwa die Wiedereinführung der Schulbedarfsplanung, verbunden mit der Bedarfsplanung für Kindertagesstätten, denn aktuell sind 275 Kinder immer noch ohne Kita- oder Hortplatz. Caroline Gonschorek, Vorsitzende des Kita-Stadt-Elternrats – sie will das Amt nur noch ein Jahr ausüben – nannte genaue Zahlen. So sind von 724 angemeldeten Kindern nur 384 in eine Einrichtung aufgenommen worden. 65 Kinder seien bei Tagesmüttern untergebracht, der Rest wartet immer noch auf einen Platz. Hier kamen dann auch die Vergabekriterien für Kita- und Hortplätze ins Spiel, die von den Eltern erneut kritisiert wurden. Dass nur noch eine Wunsch-Kita benannt werden darf, sei bei der Bepunktung für einen Platz ungerecht.

Fünf Plätze mehr im Waldkindergarten

Frauke Luyken konnte den Elternrat zudem über die Gründung des neuen Waldkindergartens in Lüdersen informieren. Die Idee stamme von einer Initiative aus Bredenbeck. Doch damit, einen Bauwagen in ein Waldstück zu stellen, sei es nicht getan, berichtete sie. Die Untere Naturschutzbehörde, der Ortsrat, die Anwohner, aber auch ein Architekturbüro, das sich mit Kitas beschäftigt, wurden in die Planungen einbezogen. Zwei Erzieher und eine Vertretung betreuen zurzeit acht Kinder. Im kommenden Jahr soll das Angebot um fünf Plätze aufgestockt werden.

Von Reinhold Krause