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Region Sehnde Nachrichten Weihnachtsfeier sorgt für Streit im Ortsrat
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00:19 28.03.2019
Die gut besuchte Senioren-Weihnachtsfeier in Höver soll erhalten bleiben. Quelle: Privat
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Höver

In der jüngsten Sitzung des Ortsrates Höver ist es hoch her gegangen. Die alljährlich vom Ortsrat organisierte Weihnachtsfeier der Senioren erhitzte die Gemüter von SPD- und CDU-Fraktion. Hövers stellvertretende Ortsbürgermeisterin Elisabeth Schärling (CDU) hatte einen Antrag zum Erhalt der Feier gestellt. Seitens der SPD-Fraktion habe es die Intention gegeben, die Veranstaltung ausfallen zu lassen und sie stattdessen auf den Kaffeenachmittag des Volksschützenfestes zu legen.

Das lehnt die CDU jedoch strikt ab. Die Weihnachtsfeier habe im Ort Tradition, es gebe sie schon seit vielen Jahren, sie sei beliebt und zudem immer gut besucht gewesen – im vergangenen Jahr hatten 72 Senioren daran teilgenommen. „Unter den Senioren steigt die Vereinsamung, gerade in der Weihnachtszeit fühlen sich viele allein“, erklärte Schärling nach der Sitzung. Die Feier biete eine schöne Möglichkeit, sich mit anderen zu treffen. Zum Kaffeetrinken beim Schützenfest im Mai oder Juni würden viele Senioren in der Regel ohnehin gehen. Ihnen würde also eine Feier im Dezember gestrichen, betonte Schärling.

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Sie ärgerte sich zudem, dass der Vorschlag zur Verlegung der Weihnachtsfeier anscheinend direkt nach dem Abbau und Aufräumen der jüngsten Weihnachtsfeier geäußert wurde, als sie selbst sich bereits verabschiedet hatte. „Entscheidungen, in denen es auch um Ortsratsmittel geht, gehören in eine öffentliche Sitzung gehören und können nicht klammheimlich an der Theke entschieden werden“, argumentierte Schärling. In der jüngsten Ortsratssitzung setzte sie sich daher vehement für den Erhalt der Seniorenweihnachtsfeier ein.

Schemschat spricht von Missverständnis

Ihrem Antrag wollte die CDU indes nicht folgen. Die Politiker aus Schärlings Fraktion störten sich an der Formulierung. Von einem „Erhalt“ der Feier könne nicht die Rede sein, da es bislang nie darum gegangen sei die Veranstaltung abzuschaffen. Hövers Ortsbürgermeister Christoph Schemschat spricht viel mehr von einem Missverständnis und Kommunikationsschwierigkeiten. „Wir haben lediglich über eine Neuausrichtung und Verlegung der Weihnachtsfeier nachgedacht, weil es im Dezember stets viele andere Termine wie etwa den Lebendigen Adventskalender oder andere Weihnachtsfeiern gibt“, erklärte Schemschat nach der Sitzung. Zudem müssten vor einer möglichen Verlegung erst noch die Schützen befragt werden. Die hatten der Idee zwischenzeitlich aber bereits eine Absage erteilt. „Die Schützen wollten in der Sache politisch neutral bleiben und haben eine Verlegung daher abgelehnt“,erklärte Schemschat, der selber auch Stadtschützenchef ist.

Einvernehmliche Einigung

In der Sitzung hatte Schärling ihren Antrag schließlich zurückgezogen. Die Lokalpolitiker beider Parteien einigten sich einvernehmlich darauf, dass die Seniorenweihnachtsfeier auch weiterhin stattfindet. „Ich bin sehr erleichtert, dass jetzt alles beim Alten bleibt“, betonte Schärling. Auch ihrem Vorschlag, dass jeder Gast künftig seinen Partner oder eine Begleitperson mitbringen darf, stimmten in der Sitzung alle Mitglieder zu. Bisher waren die Einladungen zur Weihnachtsfeier des Ortsrates an Senioren ab 65 Jahren gegangen. „Nun dürfen die Senioren zum Beispiel auch jüngere Ehefrauen oder Söhne mitbringen, die sie hingefahren haben“, erläuterte Schärling. Über einen konkreten Termin und die Höhe der Ortsratsmittel wollen die Lokalpolitiker in einer späteren Sitzung beraten. Auch die Wünsche der Senioren, etwa nach mehr Singen auf der Feier, sollen künftig berücksichtigt werden.

Im Frühjahr sollen im Ort die Krokusse blühen

Im Frühling sollen in Höver künftig Krokusse und Osterglocken blühen. Dafür hat sich der Ortsrat in seiner jüngsten Sitzung einvernehmlich ausgesprochen. Die Lokalpolitiker folgten damit einem Antrag der CDU-Fraktion, die 200 Euro Orsratsmittel zum Kauf von Blumenzwiebeln zur Anpflanzung auf öffentlichen Beeten forderte.

Mit der Aktion soll dem derzeitigen Rückgang der Insekten entgegengewirkt werden. Krokusse und Osterglocken würden sich dafür besonders eignen, da sie mehrjährig sind und nach dem Verblühen einfach abgemäht werden können. Neben dem wichtigen ersten Futter für die Bienen würden die Blumen zudem zu einer Verschönerung des Ortsbildes beitragen, heißt es in dem Antrag. Die CDU-Fraktion wäre bereit, die Blumenzwiebeln selbst zu kaufen und im Herbst in Eigenarbeit anzupflanzen, damit dafür keine zusätzlichen Kosten anfallen. Über die möglichen Stellen will sich der Ortsrat noch mit Verwaltung der Stadt Sehnde abstimmen.

„Und es wäre doch eine tolle Idee, im Zuge von Ortsbegehungen auch in anderen Dörfern zu gucken, wo man dort Frühblüher anpflanzen könnte“, meint Hövers stellvertretende Ortsbürgermeisterin Elisabeth Schärling. eg

Von Katja Eggers