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Region Sehnde Nachrichten Stadt Sehnde überreicht Ehrenamtskarten
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18:06 28.11.2018
„Sie sind Gold wert“: Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke (rechts) hat zwölf neue Ehrenamtskarten überreicht. Zwei Preisträger waren verhindert. Quelle: Oliver Kühn
Sehnde

„Sie sind Gold wert“: Das haben zwölf langjährige Ehrenamtliche in Sehnde nun auch schriftlich. Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke hat den Aktiven im Alter zwischen 28 und 80 Jahren gestern im Rathaus in Anerkennung für ihr Engagement eine Ehrenamtskarte überreicht, mit der es Vergünstigungen etwa beim Besuch eines Museums oder sogar freien Eintritt ins Waldbad gibt. „Ich möchte mich dabei nicht nur im Namen der Stadt, sondern auch der Bürger bedanken, die hauptsächlich von ihrer Arbeit profitieren.“ Bisher sind insgesamt 49 Anträge für eine Ehrenamtskarte bei der Stadt eingegangen. Die Zahl der Ehrenamtlichen in Sehnde geht aber bei mehr als 200 Vereinen in die Tausende. Allein bei der Feuerwehr sind es rund 600, in der Flüchtlingshilfe noch einmal 200.

Ehrenamt – das ist das Zusammenspiel zwischen der Daseinsfürsorge des Staates und dem privaten Engagement von Bürgern. Die Vergünstigungen seien ihnen deshalb wohl nicht am Wichtigsten, vermutete Lehrke, und das Kopfnicken in der Runde gab ihm recht. Eine Ehrenamtskarte erhalte auch nur, wer sich nachhaltig und in größerem Umfang betätigt habe. Einige seien bis zu 20 Stunden in der Woche mit ihrer freiwilligen Aufgabe beschäftigt. „Das ist eine halbe Arbeitskraft“, betonte Lehrke. Das sei unbezahlbar. Mit der Ehrenamtskarte wolle man nicht nur ideelle Anerkennung zeigen – dahinter stehe auch ein gesellschaftlicher Gegenwert. Denn die gegenseitige Unterstützung durch eine Großfamilie, wie es sie früher gab, werde immer weniger. „Als Stadt könnten wir diese Angebote nicht alleine auf die Beine stellen“, resümierte der Verwaltungschef. „Und wenn, nur mit viel Geld und Personal.“

Sie sind Gold wert: Das haben die neuen Inhaber der Ehrenamtskarte jetzt auch schriftlich. Quelle: Oliver Kühn

Geehrt wurden sieben Mitglieder vom Förderverein des Civitan Clubs, der auch die Sehnder Tafel betreibt. Hans-Jürgen Grethe, mit 75 einer der ältesten in der Runde, hat schon vor 40 Jahren als gelernter Koch eine Ferienpassaktion ins Leben gerufen. „Es hat mir schon immer Spaß gemacht, etwas mit Kindern zu machen, da habe ich halt mit ihnen gekocht.“ Mit einer Ehrenamtskarte wurden außerdem Angelika Alke, Antje Friedrich, Renate Grethe, Gisela Klöpper, Ingeborg Martensen und Rita Struß bedacht. Sie unterstützen die Tafel, besuchen mit Flüchtlingskindern den Zoo Hannover, betreuen in Not geratene Menschen oder sind Lesepaten für Schüler.

Oder Lea Lambrich, mit 28 Jahren die Jüngste im Bunde. Sie ist seit zehn Jahren Pressewartin und Kassenprüferin beim Verein Karate-Dojo Sehnde und unterstützt auch Vereinsveranstaltungen. Sie sei als Gründungsmitglied vor 20 Jahren in die Aufgabe hineingewachsen. „Irgendwann wollte ich auch Verantwortung übernehmen.“ Eine Ehrenamtskarte haben jetzt auch Renate und Erhard Niemann, die seit 2011 das Regional-Museum Rethmar aufgebaut haben. Helga Thutewohl ist seit 2015 für die Flüchtlingshilfe Sehnde tätig. Sie betreut etwa im Rahmen einer Patenschaft eine Flüchtlingsfamilie und kümmert sich um die Kinder von Frauen, während diese einen Deutschkurs absolvieren. Anja Lohmeier schließlich engagiert sich bereits seit 2001 ehrenamtlich im Bereich Gesundheit und Prävention. Sie leitet Stillgruppen, unterstützt Mütter und Schwangere durch intensive Beratungen und ist zusätzlich im Netzwerk Frühe Hilfen aktiv.

Jugendliche sollen als Engagement-Lotsen eingebunden werden

Ehrenamt war auch das Thema bei der Sitzung des Arbeitskreises Familien- und Bürgerregion Börde am Dienstagabend im Sehnder Rathaus. „Mit 14 Teilnehmern war die Sitzung besser besucht als sonst“, freut sich Regine Albert, Projektleiterin Regionalentwicklung, und bestätigt damit den Eindruck eines großen Interesses am Ehrenamt in der Stadt. Dort hatte auch die städtische Ehrenamtskoordinatorin Anja Hettling über ihre Arbeit berichtet. Ein Zukunftsprojekt sind die sogenannten Engagement-Lotsen, mit der die Jugendbeteiligung vorangetrieben werden soll. „Damit wollen wir in Schulen gehen, Jugendliche informieren und einbinden.“ In der Sitzung sei bereits die Kooperative Gesamtschule (KGS) Sehnde als Kooperationspartner genannt worden, die mit rund 1750 Schülern eine der größten weiterführenden Schulen in Niedersachsen ist. Schwierigkeiten bereite derzeit wegen der neuen Datenschutzverordnung der Aufbau einer Ehrenamtsbörse. Für eine Vernetzung dürfe man nicht einfach alle Namen weitergeben, nun würden alle aufwendig angeschrieben.

Von Oliver Kühn

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