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Region Sehnde Nachrichten Zukunft der Iltener Grundschule steht auf dem Prüfstand
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10:54 20.03.2019
Die Wilhelm-Raabe-Grundschule in Ilten soll erweitert werden. Quelle: Oliver Kühn
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Ilten

Wie geht es mit der Wilhelm-Raabe-Grundschule in Ilten weiter? Nicht nur die Schule, auch der Hort leiden seit geraumer Zeit unter Raumnot, weshalb ab dem nächsten Schuljahr erstmals in Sehnde ein Klassenraum auch von einer Hortgruppe genutzt wird. Die Stadt will deshalb prüfen, ob eine Erweiterung auf dem Schulgrundstück und die Umsetzung der Hortcontainer an einen anderen, schulnahen Standort möglich sind. Auch die Umwandlung von einer verlässlichen Grundschule in eine Ganztagsschule steht auf dem Prüfstand.

Wie die Zukunft aussehen könnte, wollen der Ortsrat Ilten und der Ausschuss für Schule, Sport, Kultur und Soziales in einer gemeinsamen Sitzung diskutieren. Der Ausschussvorsitzende Sepehr Sardar Amiri will dabei größtmögliche Transparenz und appelliert deshalb an alle Eltern und auch die Lehrer, zu der Sitzung zu erscheinen und ihre Vorstellungen zu äußern. Sie ist am Mittwoch, 27. März, und beginnt um 18 Uhr in der Grundschule, Glückauf Straße 15.

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Schule platzt aus allen Nähten

„Die Schule platzt aus allen Nähten“, verdeutlicht Amiri die derzeitige Situation. Die zweizügige Schule hat seit diesem Schuljahr erstmals eine neunte Klasse, die in einem eigens dafür aufgestellten Container untergebracht ist. Nicht anders sieht es beim Hort aus, der ebenfalls in Containern untergebracht ist. Die derzeit 60 Plätze werden ab dem nächsten Schuljahr mit einer Gruppe mit zwölf Plätzen aufgestockt, die nachmittags einen der Klassencontainer nutzen kann. Die Baugenehmigung für die Container ende jedoch am 31. Juli nächsten Jahres, und eine Verlängerung am jetzigen Standort werde von der Region nicht genehmigt, teilt die Stadt in einer Vorlage für die Ratspolitiker mit. Deshalb muss eine neue Lösung für die Zukunft gefunden werden.

Wegen der Raumnot sind auf dem Schulhof bereits die Container gestapelt. Quelle: Oliver Kühn

Auch der Schule selbst fehlten Räume, Fachunterrichtsräume für Musik und Computer etwa seien nicht vorhanden, heißt es auf dem Rathaus. Zudem gebe es keine Mensa, sondern nur eine kleine Küche mit Essenausgabe – und die Hortkinder müssten in der Pausenhalle essen. Die Schülerzahl sei mit 172 bis 177 Kindern in den nächsten Jahren zwar relativ konstant, doch spätestens zum Schuljahr 2022/2023 sei erneut mit einer dritten ersten Klasse zu rechnen. „Es ist daher zu entscheiden, ob nicht bei einer Erweiterung auch zwei zusätzliche Klassenräume geschaffen werden sollten, um für die Zukunft gerüstet zu sein“, heißt es wörtlich in der Stellungnahme der Stadtverwaltung.

Die Stadt will nun mithilfe eines Planungsbüros prüfen, ob eine Erweiterung auf dem Schulgrundstück überhaupt möglich ist, worüber der Rat am 4. April entscheiden soll. Voraussetzung dafür wäre eine Umsetzung der Container in fußläufiger Entfernung. Weil deren Baugenehmigung im nächsten Jahr abläuft, sollte dies deshalb zeitnah geschehen, wenn möglich schon in diesen Sommerferien.

Auch Umwandlung in Ganztagsschule steht auf Prüfstand

Geklärt werden muss auch die Frage, ob sich die Schule mittelfristig zu einer Ganztagsschule mit nachschulischem Betreuungsangebot wie beim bereits laufenden Pilotprojekt in Höver entwickeln soll – dann würde der Hort aufgegeben. Doch dazu muss auch die Grundschule Ja sagen. Aber auch dafür müsste geprüft werden, ob eine Erweiterung etwa mit einer Aufstockung der jetzigen Pausenhalle möglich ist. Sollte sich die Schule dagegen aussprechen und der Hort bestehen bleiben, muss überlegt werden, ob auf dem Grundstück ein neues Hortgebäude vergleichbar dem im Bau befindlichen an der Astrid-Lindgren-Schule in der Kernstadt möglich sei.

Für eine Nachmittagsbetreuung gibt es eine große Nachfrage von Eltern. Oft schickten Eltern, die keinen Hortplatz bekommen haben, ihre eigentlich noch nicht schulreifen Kinder zur Schule, hatte die Iltener Schulleiterin Regina Hecht erst kürzlich im Ausschuss beklagt. Eine nachschulische Betreuung ist nach dem neuen Konzept für Eltern zudem kostengünstiger als ein Hortplatz.

Von Oliver Kühn