Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Organisatoren planen schon das nächste Snntg-Festival für 2020
Region Sehnde Nachrichten Organisatoren planen schon das nächste Snntg-Festival für 2020
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:55 30.07.2019
Eine Band des Vereins Mit offenen Armen sorgt für Stimmung in einer der Straßenbahnen. Quelle: Konstantin Klenke
Wehmingen

Auf der grellgrünen Straßenbahn auf dem Gelände des Hannoverschen Straßenbahn-Museums in Wehmingen leuchtet in orangefarbener Schrift eine 17 auf. Dazu die vermeintliche Endstation Schwarzer Bär, in deren Nähe sich in Hannover das Veranstaltungszentrum Capitol befindet. Aber nein, von Wehmingen fährt diese Tram nicht in die Landeshauptstadt. Dafür zum Südgelände – und damit auch zu einer Art Veranstaltungszentrum des dreitägigen Snntg-Festivals.

Die Besucher genießen das Programm an der Hauptbühne Hohenfels. Quelle: Konstantin Klenke

Dass die Stadtbahn nicht zum Schwarzen Bären fährt, sondern im Straßenbahn-Museum Wehmingen ihre Runden dreht, das stört hier niemanden. „Das hier ist eine andere Welt“, sagt Clara Niemann, eine der Organisatorinnen des Snntg-Festivals. Das stelle schon fest, wer das Gelände mal kurz zum einkaufen verlasse und dann zurückkomme. Für Niemann steht auch vor Ende des diesjährigen Snntg-Festivals schon fest: 2020 soll die vierte Festival-Auflage folgen. „Nach dem Festival ist vor dem Festival“, sagt sie. Viele Helfer machten nun zwar erst einmal Urlaub, dann gehe es aber bereits mit der Planung für das kommende Jahr weiter.

Während auf der Bühne Hohenfels Musik aus verschiedensten Genres erklingt, dominiert im benachbarten Wummerland genau der bassgeladene Elektro-Sound, den der Name bereits verspricht. Hier gilt: Je später der Abend, desto härter der Sound. Auch auf die Bühne Gleis 0 nahe dem Eingang holen die Veranstalter musikalische Vielfalt: Hier sorgen Musiker für Stimmung, die sich dem Singer-Songwriting, Hip-Hop, groovigen Beats oder Brass-Klängen verschrieben haben. Eine weitere Bühne fährt durch die Gegend: Denn auch in den historischen Straßenbahnen selbst versetzen die Bands ihr Publikum, das vorwiegend aus jungen Erwachsenen besteht, in Stimmung.

Gelände bietet auch Raum für Kultur

Auch Kunst und Kultur spielen auf dem Festival eine Rolle: Etwa eine Ausstellung mit Bildern von Fotografiestudenten der Hochschule Hannover. Quelle: Konstantin Klenke

Mit wie viel Liebe zum Detail die Organisatoren bei der Gestaltung des Geländes vorgehen, ist an allen Ecken und Enden zu erkennen: An der Hauptbühne Hohenfels umschlingt der Ausschnitt eines Ziffernblatts zahlreiche hölzerne Zahnräder. Kunterbunte Farbe strahlt von zu Mini-Gebäuden umfunktionierten Straßenbahnwaggons. Und überall weisen fröhlich verzierte Schilder den Besuchern ihren Weg. „Ich säge und flexe zu Hause überhaupt nicht“, gesteht Clara Niemann. „Aber das hier zu lernen ist total cool“, schwärmt die 22-Jährige, die das Festival mitorganisiert und beim Aufbau angepackt hat. Stressig sei es allerdings auch: „Das ist viel Arbeit. Aber es ist unbeschreiblich schön zu sehen, wie sich das Gelände dann mit Leben füllt.“

Das Programm besteht dann bei Weitem nicht nur aus den musikalischen Acts – auch auf Kultur setzen die Veranstalter: Im sogenannten Kessel, einer Halle auf dem Museumsgelände, zeigen Studenten der Hochschule Hannover ihre Fotografien zu Migration und demografischem Wandel. Gleich daneben gibt es in einem Mini-Kino Kurzfilme zu sehen. Außerdem können sich die Besucher massieren lassen oder an Workshops teilnehmen. Und auf der Spielwiese können sie sich mit Wikingerschach, Dosenwerfen und Volleyball verausgaben.

Nachhaltigkeit gehört zu den Schwerpunkten

Überall auf dem Festival geht es zudem um Nachhaltigkeit. Dabei können sich die Gäste auf einem Science-Slam mit jungen Wissenschaftlern sowie an Ständen von Nicht-Regierungs-Organisationen über das Thema informieren – sie sollen es aber auch ganz praktisch umsetzen: So setzen die Veranstalter Anreize dafür, dass Besucher ihren Müll ordnungsgemäß entsorgen und mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Außerdem verkaufen die Mitarbeiter der Essensstände Speisen nur in plastikfreien Verpackungen.

Organisatoren arbeiten mit regionalen Künstlern

„Unser Festival zeichnet sich durch die große Dichte an Acts aus“, sagt Snntg-Sprecherin Anjoula Hummel. Bei vergleichbaren Festivals starte das Programm erst am Mittag – hier geht es dagegen am Sonnabend und Sonntag bereits um 10 Uhr los. Außerdem arbeite man ohne Headliner – es steche also keine Band deutlich gegenüber einer anderen heraus. „Wir arbeiten dafür viel mit regionalen Musikern zusammen“, sagt Hummel. Offenbar kein Nachteil: Auch in diesem Jahr waren die Karten für 3000 mögliche Besucher bereits im Vorfeld vergriffen. Eine weitere Besonderheit: Alle Festival-Mitarbeiter engagieren sich ehrenamtlich für dessen Gelingen. „Wir teilen uns im Vorfeld in Teams auf, darunter Gestaltung, Gastronomie, PR und Sponsoring“, sagt Hummel. Die 70 Mitglieder des gleichnamigen Vereins Snntg starten gemeinsam mit etwa 180 Helfern rund zwei Wochen vorher mit den intensiven Aufbauarbeiten. Etwas zu tun gibt es der 23-Jährigen zufolge aber das ganze Jahr über.

Mehr zum Straßenbahnmuseum Wehmingen:

Juli 2019: Anwohner klagen über Lärm quietschender Bahnen

August 2018: Zum Snntg-Festival kommen 3000 Besucher

Juli 2018: Organisatoren des Snntg-Festivals: „Wir sind überzeugt von unserer Idee“

Premiere 2017: Ein Festival voller Überraschungen

Von Konstantin Klenke

Die Schützen in Sehnde-Rethmar haben wieder ihre Majestäten aus dem Dorf abgeholt. Dabei gaben die frisch geehrten Könige den Schützen Getränke und Snacks aus.

29.07.2019

Rund 350 Besucher haben am Freitagabend eine Open-Air-Schlagerparty im Cafégarten in Köthenwald gefeiert. Vor allem Sänger Steffen Jürgens, aber auch das Shadow Light Duo animierten die Gäste zum Mitsingen und Tanzen.

28.07.2019

Ein bislang unbekannter Mercedes-Fahrer hat am Sonnabend in Sehnde-Wirringen fast ein Landwirteehepaar umgefahren. Der Mann war über Erntemaschinen auf einem Feldweg verärgert, die seine Fahrt behindert hatten. Das Ehepaar musste sich mit einem Sprung zur Seite in Sicherheit bringen.

28.07.2019