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Region Sehnde Nachrichten Stadt legt Konzept vor: Wohngebiet bleibt grün – und wird noch grüner
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15:43 13.09.2019
Die Stadt will diese markante Stelle an der Straße Am Weißdornbusch umgestalten: 25 Quadratmeter der Parkfläche werden künftig in ein Pflanzbeet verwandelt. Quelle: Stadt Sehnde
Sehnde

Die Bäume entfernt, die Hochbeete verändert, die Pflege vernachlässigt und mehrere Grünflächen in Parkplätze umgewandelt: Die Kritik und der Ärger über den schleichenden Verlust des Charakters des Wohngebiets Am Rothbusch und Am Weißdornbusch kochte bei vielen Anwohner im vergangenen Jahr noch hoch. Doch der Unmut scheint sich nach der Sitzung des Ortsrates Sehnde nun gelegt zu haben. Dort hatte die Verwaltung ihr nach einer Begehung erarbeitetes Konzept vorgelegt, das vor allem den Erhalt der 37 Pflanzbeete vorsieht – und das gefiel offenbar nicht nur der großen Mehrheit der rund 20 erschienenen Anlieger, sondern auch den Kommunalpolitikern, die das Konzept einstimmig verabschiedeten.

Das Wohngebiet mit seinen verwinkelten Straßen zur Verkehrsberuhigung und Hochbeeten zur Begrünung sei ein typisches Modell der Achtzigerjahre und nicht mehr zeitgemäß, hatte die Stadt argumentiert. Nach dem Unmut vieler Anwohner hatte sie im vergangenen Jahr eine Ortsbegehung unter Federführung von Ortsbürgermeister Helmut Süß angeboten, das auch rund 30 Anrainer nutzten. Fachdienstleiterin Sabine Zilkenath hatte sich viele Kritikpunkte und Anregungen notiert und daraus ein Konzept erarbeitet.

Anwohner finden Konzept gut

In dem kleinen Dreiecksbeet stand einmal ein Baum, doch dafür war es zu klein: Dieser wird nun in das neue und deutlich größere Beet gesetzt. Quelle: Stadt Sehnde

„Die Vorlage der Stadt ist gut“, befindet Reinhard Golenia aus der Straße Am Rothbusch. Er war im vergangenen Jahr einer der Kritiker und hatte seine Auffahrt als Treffpunkt vor der Ortsbegehung zur Verfügung gestellt. Die meisten der im Ortsrat erschienenen Nachbarn seien damit einverstanden. Entscheidend sei, dass nicht noch mehr Hochbeete verschwinden, denn diese bremsten den Autoverkehr deutlich aus. Das könne man etwa an einem vormals zurückgebauten Beet sehen, das nun sogar vergrößert werden solle.

Wunsch nach mehr Parkplätzen abgelehnt

Einige Anwohner seien zwar anderer Meinung und hätten sich vor ihrer Haustür lieber mehr Parkplätze gewünscht, weiß Golenia. Vor allem junge Familien aus den Reihenhäusern, die auf ihrem eigenen Grundstück keinen Platz hätten. Doch letztlich habe sich das bürgerschaftliche Engagement für das gesamte Wohngebiet ausgezahlt. „Die Politik hat es aufgenommen, dafür bin ich sehr dankbar.“

Den Wunsch nach weiteren Parkplätzen hat auch der stellvertretende Ortsbürgermeister Ralf Marotzke vernommen: „Das wurde kontrovers diskutiert.“ Aber auch er sei mit dem Konzept zufrieden, denn der Ortsrat habe sich dafür entschieden, keine weiteren Hochbeete mehr zu entfernen. „Das will auch ein Großteil der Anwohner.“ Es seien zwar schon drei Bäume in dem Wohngebiet entfernt worden, doch dafür werde es Neupflanzungen geben. Viele Beete würden bereits von Anwohnern gepflegt.

Auch Fachdienstleiterin Sabine Zilkenath freut sich über die Zustimmung – und die konstruktive Kritik von Anwohnern. So werde auf deren Vorschlag ein früheres Beet an der Straße Am Weißdornbusch, das für Parkplätze stark verkleinert worden war, wieder vergrößert und mit einem Baum bepflanzt, um den Autoverkehr zu bremsen. Dass dort zu schnell gefahren werde, hatten Anlieger moniert. Zudem hätten parkende Autos in den Straßenraum geragt.

Beete mit Wiesencharakter

Solch blühende und gut gepflegte Pflanzinseln wie bei der Ortsbegehung im vergangenen Jahr wollen alle Anwohner erhalten wissen. Quelle: Oliver Kühn (Archiv)

Zudem werde das Viertel sein Gesicht verändern. Denn statt einfachem Grün seien in den Beeten insektenfreundliche Staudenpflanzungen vorgesehen, die nur noch einmal im Jahr gemäht und ansonsten sich selbst überlassen werden. Mit ihren bunten Blüten würden sie den Anblick einer Wiese oder eines Bauerngartens schaffen. Die Arbeiten dafür sollen voraussichtlich noch in diesem Herbst oder Winter beginnen. Rund 26.000 Euro hat die Stadt für ein externes Garten- und Landschaftsbauunternehmen eingeplant. Etwas mehr als die Hälfte der Kosten verschlingen die Pflanzbeete, bei denen etwa die Einfassung marode Holzpalisaden saniert werden. Der Rest ist für die Pflanz- und Pflegekosten für drei Jahre vorgesehen.

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Von Oliver Kühn

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