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Region Sehnde Nachrichten Kita-Einbruch: Polizei schnappt mutmaßliche Täter
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00:33 14.05.2018
Schauplatz eines Einbruchs: Die Kita am Wilhelm-Henze-Weg in Sehnde. Quelle: Katja Eggers
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Sehnde

 Immer wieder hat es in jüngster Vergangenheit folgenschwere Einbrüche in öffentliche Gebäude in Sehnde gegeben. Jetzt ist es der Polizei gelungen, drei Männer festzunehmen, die sich Zugang zum Kindergarten am Wilhelm-Henze-Weg verschafft hatten. Das Trio hat anscheinend schon mehrere Straftaten auf dem Kerbholz. Ob es auch für weitere Einbrüche im Sehnder Bereich verantwortlich ist, wird nun geprüft. Bei den 32, 28 und 21 Jahre alten Männern handelt es sich um zwei Brüder sowie einen Halbbruder.

Die Festnahme gelang den Polizei nur dank der Hilfe eines aufmerksamen Taxifahrers. Der Mann war in der Nacht zum Donnerstag um kurz vor 3 Uhr an der Kita im Westen der Kernstadt vorbei gefahren und hatte Licht sowie verdächtige Schatten in den Räumen gesehen. Er rief die Polizei und beobachtete auch, wie etwas später ein VW Beetle mit Alfelder Kennzeichen, der nahe der Kita gestanden hatte, wegfuhr.

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Die Polizei konnte die Hinweise des Taxifahrers nutzen. Eine Streife fand den VW Beetle mit den drei Einbrechern und nahm das Trio vorläufig fest. Die Staatsanwaltschaft in Hildesheim entschied später allerdings, die Männer seien wegen fehlender Haftgründe wieder auf freien Fuß zu setzen. Es liege keine Fluchtgefahr vor, alle drei verfügten über einen festen Wohnsitz.

Keine Verwüstungen, keine Beute

Als sich die Polizei die Kita am Wilhelm-Henze-Wag ansah, fand sie dort keine Zerstörungen und Verwüstungen wie unlängst nach den Einbrüchen ins Sehnder Rathaus und die Kooperativen Gesamtschule vor. Offensichtlich hatten die Täter ein Fenster des Gebäudes aufgebrochen und dann eine Reihe von Schränken geöffnet. Beschädigungen an Verbindungstüren gab es nicht. Nach Angaben der Polizei waren diese in der Tatnacht nicht abgeschlossen. Über mögliches Diebesgut gibt es bislang keine Angaben. Bei dem Trio fanden die Ermittler keine Beute.

Die drei zwischenzeitlich festgenommenen Männer, von denen zwei in Hannover und einer in Delligsen bei Alfeld wohnen, sind der Polizei bereits bekannt. Unter anderem seien ihnen bereits Einbrüche nachgewiesen worden, heißt es aus dem Lehrter Kommissariat.

Immer wieder Einbrüche in städtische Gebäude

Die Serie von Einbrüchen in städtische Gebäude in Sehnde nimmt beängstigende Formen an. Innerhalb von nicht einmal zwei Monaten gab es vier solche Taten – und dabei ist jene aus der Nacht zum Donnerstag am Wilhelm-Henze-Weg noch die mit dem geringsten Schaden. Mitte März hatten Einbrecher im Verwaltungstrakt der Kooperativen Gesamtschule (KGS) gewütet, Türen und Leichtbauwände zerschmettert und etliche Laptops mitgenommen, die für den Unterricht gebraucht wurden. Der Schaden ging in die Zehntausende.

Anfang April gab es dann einen Einbruch in die Cafeteria neben der Mensa der KGS, und vor nicht einmal zwei Wochen kam es schließlich am Rathaus sowie bei den benachbarten Stadtwerken zur folgenschwersten Tat. Dort wurden unter anderem mit Feuerlöschern als Rammbock mehrere Glastüren zertrümmert und Zugänge zu Büros brachial zerstört. Die Täter wüteten allein im dritten und vierten Stock des Rathauses in mehr als 20 Räumen. Beute machten sie kaum, den Schaden schätzte die Stadt aber auf mehrere Zehntausend Euro.

Nach dem Einbruch ins Rathaus und bei den Stadtwerken hatte Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Jankowski-Zumbrink den Verdacht geäußert, es müsse eine mehrköpfige Bande am Werk gewesen sein. Ein Täter allein könne derart umfangreiche Zerstörungen kaum anrichten. Das nährt die Vermutung, dass die drei in der Nacht zum Donnerstag vorübergehend festgenommenen mutmaßlichen Einbrecher nicht zum ersten Mal in Sehnde aktiv waren. Die Ermittlungen dazu dauern noch an. ac 

Von Achim Gückel