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Nachrichten Leichenfund in Höver: Ehemann bestreitet Tötung
Region Sehnde Nachrichten Leichenfund in Höver: Ehemann bestreitet Tötung
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16:06 11.12.2018
Am Wirtschaftsweg an der Gretlade hinter dem Gewerbegebiet in Höver hatte ein ehemaliger Jäger den Leichnam gefunden. Quelle: Oliver Kühn (Archiv)
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Höver

Beim Prozessauftakt im Fall der getöteten Frau, die im Mai in einem Gebüsch an einem Feldweg in Höver entdeckt worden war, hat der wegen Totschlags angeklagte Ehemann am Dienstag vor dem Landgericht Hildesheim eine Beteiligung an dem Verbrechen bestritten. „Er gab an, er habe damit nichts zu tun“, sagte ein Gerichtssprecher nach der Verhandlung. Seine Frau sei weggefahren und nicht wiedergekommen, habe der Angeklagte über einen Dolmetscher mitgeteilt. Er habe den Tag zu Hause verbracht.

Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft dagegen tötete der Angeklagte seine Partnerin in einem Streit um die außerehelichen Beziehungen der 32-Jährigen in der gemeinsamen Wohnung. Vor Gericht berichtete er von einer längeren Beziehung seiner Frau zu einem Bulgaren. Außerdem soll sie eine Affäre mit ihrem Chef gehabt haben, wie er im Mai erfahren haben will. Die Frau habe gesagt, beide Beziehungen seien beendet.

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Täter legte Leiche in der Nähe von Höver ab

Nach der Tötung soll der Familienvater über ihr Facebook-Konto noch Nachrichten verschickt haben, um ihren Tod zu verschleiern. Er soll die Leiche zunächst in der eigenen Wohnung versteckt und am nächsten Tag an einem Wirtschaftsweg nahe Höver südlich von Hannover abgelegt haben.

Überwachungsvideos und die Auswertung von GPS-Daten hatten jedoch belegt, dass sich der Angeklagte in der Nähe des Leichenfundorts aufgehalten hatte.

Die zehnjährige Tochter und der sieben Jahre alte Sohn des Paares werden in dem Prozess als Nebenkläger von einer Rechtsanwältin vertreten. Für den Indizienprozesses sind 35 Zeugen sowie drei Gutachter geladen. Unter den Gutachtern ist ein Experte für forensische Insektenkunde. Der Biologe hat sich mit dem Fliegen-Befall an der Leiche beschäftigt; von dem Fachmann erhofft sich die Kammer Auskunft über den Todeszeitpunkt des Opfers.

Insgesamt sind 14 Prozesstage angesetzt. Das Urteil könnte am 5. März fallen.

Von Oliver Kühn/dpa