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Nachrichten Vortrag: Was beugt sexuellem Missbrauch vor?
Region Sehnde Nachrichten Vortrag: Was beugt sexuellem Missbrauch vor?
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14:13 24.08.2018
Mehrere Frauen verfolgen die Informationsveranstaltung zur Prävention von sexuellem Missbrauch im Wohnheim in Höver. Quelle: Privat
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Höver

Kerstin Kremer, Fachberaterin für sexuell missbrauchte Mädchen und junge Frauen, hat jetzt junge Flüchtlingsfrauen im Flüchtlingsheim in Höver über Prävention von sexuellem Missbrauch informiert. Die Veranstaltungen ist eine von vielen beim Projekt Gewaltschutz in Höver.

„Muss ich tun, was er sagt?“ steht auf einem DIN A 4-Plakat, das im Flur des Wohnheims hängt. Darunter steht die Telefonnummer einer Beratungshotline.

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Gewaltschutzkoordinatorin Rabia Kuru zeigt Plakate, die auf die Veranstaltung hinweisen. Quelle: Privat

Das Plakat hat die örtliche Gewaltschutzkoordinatorin Rabia Kuru aufgehängt; es ist eines von mehreren, auf denen Hilfe bei Gewaltsituationen angeboten wird. Die Plakate sind wie die regelmäßigen Veranstaltungen Teil des Gewaltschutzkonzeptes der AWO-Einrichtung, in der derzeit 27 Geflüchtete untergebracht sind. „Wir sensibilisieren die Bewohnerinnen und Bewohner und informieren sie aktiv über ihre Rechte und Hilfsangebote“, erklärt Kuru. Zwischen 5 und 15 Bewohner nahmen jeweils an den bisherigen Infoveranstaltungen teil. Den Vortrag über Prävention von sexuellem Missbrauch verfolgen nicht nur Bewohnerinnen, sondern auch vier nicht in dem Haus untergebrachte Frauen. Zwei Dolmetscher übersetzen ins Arabische und ins Farsi.

Kurze animierte Filme, die unterschiedliche Formen von sexuellem Missbrauch aufzeigen und erläutern, wie Täter und Täterinnen vorgehen, leiten in das Thema ein. „In der Familie bedeutet präventive Erziehung, den Kindern mit Liebe und Respekt zu begegnen, ihre Persönlichkeit ernst zu nehmen und ihre Selbstbestimmung zu fördern“, erklärt Sozialpädagogin Kremer. Im Mittelpunkt der präventiven Erziehung stehe die Stärkung der Mädchen und Jungen. „Diese gelingt am besten, wenn Eltern sensibel für die Belange ihrer Kinder sind“, sagt sie. Es gehe darum, sie zu ermutigen, sie selbst zu sein, ohne die Grenzen anderer zu überschreiten. Wichtig sei es auch, Kinder und Jugendliche darin zu bestärken, sich nicht zu Dingen überreden zu lassen, die sie nicht wollen. Weiterhin spricht Kremer über das Recht körperlicher Selbstbestimmung, über Sexualerziehung und plädiert dafür, Jungen und Mädchen dabei zu unterstützen, ihre Gefühle auch auszudrücken. Präventive Erziehung verlange Besonnenheit und realistische Ziele.

Die nächste Veranstaltung im AWO-Wohnhaus am Freitag, 31. August, richtet sich an männliche Geflüchteten und hat die Grundrechte zum Thema. Ein Mitarbeiter des Männerbüros Hannover wird einen Einblick in das deutsche Grundgesetz geben und sie über die rechtliche Situation in Deutschland aufklären.

Von Patricia Oswald-Kipper