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Nachrichten 43-Jähriger soll Flüchtlingsheim angezündet haben
Region Sehnde Nachrichten 43-Jähriger soll Flüchtlingsheim angezündet haben
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15:14 01.11.2015
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Sehnde

Ein 43-Jähriger steht im Verdacht, in der Nacht zum Sonntag einen Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft in Sehnde (Region Hannover) verübt zu haben. Wie die Polizei mitteilte, brannte es gegen kurz nach 1 Uhr im Eingangsbereich eines Fachwerkhauses, in dem eine dreiköpfige Familie lebt. Passanten bemerkten den Brand und alarmierten die Feuerwehr.

Mit Hilfe der Bewohner konnten sie das Feuer noch vor Eintreffen der Rettungskräfte löschen. Verletzt wurde niemand. Das Feuer beschädigte die hölzerne Eingangstür.

Ermittler gerieten wenig später auf die Spur des 43-Jährigen. Bei einer Durchsuchung fanden die Beamten mutmaßliches Beweismaterial und nahmen den Mann noch in der Nacht in seiner Wohnung fest. Gegen ihn wird nun wegen schwerer Brandstiftung ermittelt. Nach Auskunft von Sehndes Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke (CDU) hat es in dem Ort in den vergangenen Jahren keine fremdenfeindlichen Taten gegeben. "Umso besorgter bin ich natürlich jetzt", so Lehrke, der die Bewohner des Fachwerkhauses gleich am Morgen nach dem Anschlag aufsuchte. "Die Tür war rußgeschwärzt, aber innen gab es keine Beschädigungen."

Die Gemeinde habe das Haus vor einiger Zeit angemietet. Das Gebäude mit zwei Eingängen dient laut Lehrke zwei Familien aus Montenegro als Unterkunft. In der Hälfte, die vom Anschlag betroffen war, wohne eine Familie mit Kleinkind. Insgesamt habe Sehnde bislang rund 200 Flüchtlinge aufgenommen. Die meisten von ihnen seien dezentral in Wohnhäusern und kleineren Einheiten untergebracht. dpa