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Region Sehnde Nachrichten Nur knappe Mehrheit für Familienzentrum
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00:19 07.10.2018
Im alten Pfarrgarten an der Mittelstraße soll das Familienzentrum entstehen. Quelle: Achim Gückel (Archiv)
Sehnde

Ein Familienzentrum für die „Familienstadt Sehnde“ wollen alle Ratsfraktionen – über das wie und wann gibt es jedoch noch erhebliche Differenzen. Nur mit einer knappen Mehrheit von 17 Ja- gegen 15 Nein-Stimmen hat das Gremium jetzt entschieden, auf dem Grundstück und in Trägerschaft der Kirchengemeinde Sehnde in der Mittelstraße den geplanten Neubau einer Kindertagesstätte als Familienzentrum zu realisieren.

Während sich SPD, Grüne, der Einzelvertreter der Linken sowie der fraktionslose Einzelvertreter Hartmut Völksen für das Projekt aussprachen, stimmten die CDU und die AfD dagegen. Bürgermeister Carl Jürgen Lehrke (CDU) enthielt sich. Die CDU habe aber nicht gegen ein Familienzentrum gestimmt, sondern nur gegen eine sofortige Umsetzung, bei der noch viele Fakten unbekannt seien, betont Ratsherr Ralf Marotzke. Seine Fraktion habe zunächst einen Kostenplan über Investitionen und vor allem auch über die Kosten einer Betriebsführung haben wollen.

Auch für die Kirchengemeinde würde das mehr Sicherheit bedeuten, was auf sie zukommt, hatte sein Fraktionskollege Sepehr Sardar Amiri bereits bei der Diskussion im Ausschuss für Kita und Jugend betont. Der ehemalige CDU-Ratsherr Völksen unterstrich dagegen, dass Sehnde ein Familienzentrum brauche und man bei der Planung eigentlich schon viel weiter sein müsste. Nach einer ersten groben Schätzung der Stadt würden eine Kita samt Familienzentrum rund 2,6 Millionen Euro kosten.

Die AfD ging noch einen Schritt weiter und lehnt ein Familienzentrum grundsätzlich als „Luxusprojekt“ ab, wie es Ratsherr Siegfried Reichert formulierte: „Rechfertigt der Nutzen die Ausgabe von Steuergeldern?“ Er kritisierte, dass keine Alternative in Erwägung gezogen worden sei. „Und Zahlen zur Betriebsführung liegen auch nicht vor.“ In der Sehnder Verwaltung fehle offenbar ein Ziel-System. Es gebe schon diverse Beratungsangebote in der Stadt, nicht zuletzt in den Kindertagesstätten selbst. Mit Elternbriefen könne man dort Informationen viel besser transportieren. Auch Fragen, wie viele Familien es in der Stadt gebe oder mit wie vielen potenziellen Kunden sie rechne, habe die Stadt bislang nicht beantwortet. Darüber hinaus fehlten Erhebungen, etwa eine Umfrage in Familien und bei anderen Betroffenen. Der Vorschlag der AfD, solch eine Familienbefragung durchzuführen, wurde von den anderen Ratsmitgliedern jedoch abgelehnt. Fraktionschef Wolfgang Ostermeyer warf noch ein, dass er einem Familienzentrum in der Kita Ladeholzstraße den Vorzug geben würde.

Das wiederum brachte Andrea Gaedecke (SPD) auf die Palme. „Ihre Partei war doch in der Arbeitsgruppe, die das Konzept erarbeitet hat, davon haben sie nie ein Wort gesagt.“ Ähnlich verschnupft äußerte sich auch Amiri. Mit der Planung in der Mittelstraße habe man eine einmalige Chance, ein Familienzentrum in zentraler Lage zu bauen, betont Gaedecke. Als Erzieherin wisse sie, wie wichtig ein Raum für persönliche Kontakte sei. „Elternbriefe sind eine alte Geschichte und reichen oft nicht.“ Kitas seien zwar „Frühwarnsysteme“, das Ziel müsse aber vielmehr eine nachhaltige Prävention sein. Es brauche Mut, Strukturen zu ändern, aber die Stadt müsse dem gesellschaftlichen Wandel Rechnung tragen.

Von Oliver Kühn

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