Büchereien in Sehnde: SPD und Grüne fordern Online- und Telefonausleihe
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Büchereien in Sehnde: SPD und Grüne fordern Online- und Telefonausleihe

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07:30 17.02.2021
Die Bibliothek im Selbstlernzentrum der KGS ist seit Monaten geschlossen.
Die Bibliothek im Selbstlernzentrum der KGS ist seit Monaten geschlossen. Quelle: Katja Eggers (Archiv)
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Sehnde

Bücherfreunde haben derzeit schlechte Karten. Sowohl die große Bibliothek im Selbstlernzentrum der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Sehnde als auch die beiden kleinen, ehrenamtlich geführten Büchereien in Ilten und Bolzum sind wegen des Lockdowns geschlossen. Eine Ausleihe ist nicht möglich. Die Gruppe SPD/Grüne im Rat der Stadt will das jetzt ändern und fordert die Verwaltung auf, ein System für eine Online- und Telefonausleihe zu entwickeln.

„Insbesondere ältere Menschen, Alleinstehende und Kinder leiden darunter, keine Bücher oder Spiele ausleihen zu können – dabei wäre gerade das so wichtig, um den aktuellen Lockdown zu überbrücken“, erklärt Max Digwa, Gruppensprecher und Vorsitzender der SPD-Ratsfraktion. Der Wunsch nach einer Möglichkeit zur Ausleihe trotz geschlossener Bibliotheken sei vor allem von Senioren an die Fraktion herangetragen worden.

Online- oder Telefonausleihe gefordert

Sozialdemokraten und Grüne haben nun einen Antrag formuliert. Darin fordern sie die Verwaltung auf, möglichst kurzfristig ein Konzept für die Online- und Telefonausleihe zu entwickeln, um ein solches Angebot noch im bestehenden Lockdown zu ermöglichen. Das Verfahren solle in den Ausschüssen vorgestellt und schnellstmöglich umgesetzt werden.

Ende vergangenen Jahres war in der Bücherei Ilten eine Forscherecke eingerichtet worden – nun kann sie seit Monaten nicht genutzt werden. Quelle: Privat (Archiv)

Es sei etwa vorstellbar, dass die Büchereimitarbeiter die Buchwünsche per E-Mail oder zu einem bestimmten Termin telefonisch entgegennehmen und die Leser die Bücher und Spiele dann selber abholen. „Für alle, die nicht so mobil sind, könnte die Abholung vielleicht über die Nachbarschaftshilfe organisiert werden“, schlägt Digwa vor. Wichtig sei es, dass im Lockdown überhaupt eine Möglichkeit zur Ausleihe bestehe.

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Seniorenrat würde mithelfen

Der Seniorenbeirat der Stadt Sehnde begrüßt den Vorstoß. „Das ist grundsätzlich eine gute Idee, damit die Menschen derzeit an Lesestoff kommen“, sagt Hermann Krähling, der Sprecher des Gremiums. Ältere hätten die Forderung nach einer Online- oder Telefonausleihe bisher zwar noch nicht an den Seniorenbeirat herangetragen. „Aber wir können uns vorstellen, dass wir da unterstützen und zum Beispiel Buchwünsche sammeln und dann an die Bibliotheken weitergeben“, erklärt Krähling. Nähere Details, wie sich etwa die Abholung und Zurückgabe der Medien coronakonform organisieren ließe, müssten im Detail aber noch besprochen werden.

Andreas Schriegel, Vorsitzender des Stadtelternrates Sehnde, würde eine Ausleihmöglichkeit im Lockdown ebenfalls begrüßen. Unter den Eltern sei dies aber bisher noch kein Thema gewesen. Wichtig wäre für Schriegel, dass die Ausleihe unter strengen Hygienemaßnahmen über die Bühne geht: „Als Leser weiß man schließlich nicht, wer das Buch zuvor ausgeliehen und da schon in die Seiten gehustet hat.“

Von Katja Eggers