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Nachrichten Auszeichnung für Gefängnis-Seelsorger
Region Sehnde Nachrichten Auszeichnung für Gefängnis-Seelsorger
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00:45 11.05.2018
Probst Martin Tenge (links) überreicht Andreas Leciejewski-Leder die Auszeichnung zum 35-jährigen Dienstjubiläum. Quelle: Privat
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Lehrte

 Für seine 35-jährige Tätigkeit als katholischer Gefängnisseelsorger in der JVA Sehnde ist der 62-jährige Andreas Leciejewski-Leder jetzt von Probst Martin Tenge ausgezeichnet worden.

Probst Martin Tenge überbrachte die Glückwünsche des Bistum Hildesheim. In seiner Laudatio betonte Probst Tenge, dass es Andreas Leciejewski-Leder in seiner langjährigen Tätigkeit immer wichtig war „den Menschen zu helfen, an ihre positiven Energien heranzukommen“. 

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Andreas Leciejewski-Leder (dritter von links) bei der Jubiläumsfeier mit Matthias Brockes (von links), Krimhild Timmermans-Eike und Martin Tenge. Quelle: Privat

Krimhild Timmermans-Eike, Leiterin der JVA Sehnde, bedankte sich bei dem Seelsorger mit einem Blumenstrauß in den Farben des Vatikans für die erlebnisreiche Zusammenarbeit.  Sie verwies dabei auf die zahlreichen Projekte, die er mit initiiert hatte. Dazu gehören sogenannte Oasentage für die Bediensteten ebenso wie ein Vater- Kind- Projekt für die Gefangenen und Pilgertage mit der Anstaltsleitung. Leciejewski-Leder setze damit Zeichen für eine gute Zusammenarbeit zwischen Gefängnisseelsorge und Justizvollzug, so Timmermans-Eike. Durch „eine Mischung aus Klarheit, Wahrheit, Struktur, Organisationsvermögen und ein bisschen Esoterik“ sei es ihm gelungen, wichtige Meilensteine zu setzen, betonte die JVA-Leiterin. Auch von Leciejewski-Leders Kollegen, dem evangelischen Gefängnisseelsorger Matthias Brockes, gab es viel Lob: Leder verstehe die Ökumene nicht als Arbeitsvorhaben, er sei jenseits aller Konstrukte als Mensch unterwegs und suche eben das Menschliche.

Leciejewski-Leder arbeitete nach seinem Studium zunächst als Gemeindereferent in verschiedenen katholischen Gemeinden. Erst 2001 entwickelte sich für ihn eine neue Perspektive: Er interessierte sich für die Gefängnisseelsorge, die er im Oktober 2001 in der JVA Hannover übernahm. Schon während der Projektphase für den Neubau der nachbarschaftlichen JVA Sehnde war er in die Konzeptarbeit für die Gefängnisseelsorge involviert und nahm schließlich am 1. November 2005 seine Arbeit in der JVA Sehnde auf. 

Der Gefängnisseelsorger bedankte sich bei seiner Kirche dafür, dass sie ihn als Querdenker ertragen habe und er seit nunmehr 35 Jahren seinen Weg habe gehen können. Gemeinsam mit der Anstaltsleitung sei es ihm gelungen, eine offene Gefängnisseelsorge nicht nur für die Gefangenen, sondern auch für die Bediensteten der JVA Sehnde zu etablieren. Dabei habe er stets seine Motivation in der Erkenntnis gefunden, dass „der Kluge sage, so sind die Menschen, der Weise aber, so sind wir Menschen“.

Von Patricia Oswald-Kipper