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Region Seelze Nachrichten Startup will in Seelze ein Kreativzentrum aufbauen
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00:38 27.05.2018
Konferenzraum mit Fabrikcharme: Innhof-Gründer Arda Erzin (von links) diskutiert mit Mitarbeitern Ege Özoral und Hasan Kalayci Quelle: Linda Tonn
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Lohnde

Zwei Sessel, ein Sofa, Holzpaletten als Tisch und ein paar Schränke: Der Konferenzraum der Gründer von Innhof ist spärlich, beinahe minimalistisch. Dafür ist die Halle drumherum umso imposanter – riesige Aluminiumrohre ziehen sich die Wände entlang, durch die Deckenfenster fällt Sonnenlicht. Alles versprüht den Charme einer stillgelegten Fabrik. In den ehemaligen Hallen des Fensterherstellers Wintech in der Straße Hermannstal in Lohnde soll etwas Großes entstehen: „Wir wollen ein Kreativzentrum aufbauen, in dem sich Start-Ups und Großunternehmen ansiedeln und gemeinsam innovativ sind“, sagt Hasan Kalayci, einer der Mitarbeiter von Innhof. Die jungen Gründer haben große Visionen: Wo heute der Putz bröckelt und alte Kabel von der Decke baumeln, sollen auf knapp 6000 Quadratmetern Büros entstehen, in denen Kreative an ihren Ideen feilen.

Bis zu 300 Einzelarbeitsplätze

Die Firma DAL Europe hat die Hallen gekauft, nun sollen die Gründer sie mit Leben füllen. „Wir sind frei in der Gestaltung“, sagt Kalayci. Der 26-jährige Maschinenbauer glaubt an den einzigartigen Charakter des Projekts. „Wir wollen mit den Start-Ups gemeinsam entwickeln, wie die Räume aussehen sollen“, sagt er. Dafür träfe man sich schon jetzt mit Interessierten und tausche sich über Ideen aus. Das Konzept, kleine Firmen und Gründer auf einer sogenannten Coworking-Space zusammenzubringen und im gemeinschaftlichen Arbeiten Raum für neue Ideen entstehen zu lassen, erobert immer mehr Städte.

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In Hannover hat vor knapp zwei Jahren das Kreativzentrum Hafven in der Nordstadt eröffnet. In Seelze sollen nach ersten Planungen auf zwei Etagen 300 Einzelarbeitsplätze, Werkstätten und 30 bis 40 Büros entstehen. Um Arbeit und Freizeit verbinden zu können, sind auch ein Kinosaal und ein Restaurant geplant. Im Sommer 2019 soll die Sanierung der Hallen abgeschlossen sein.

Erfahrungen aus Berlin

Innhof-Gründer Arda Erzin hat in den USA und Berlin studiert und kennt die Gründer-Szene. Als er in den großen Gründerzentren in der Hauptstadt keinen Platz fand, entstand die Idee, ein eigenes Zentrum auf die Beine zu stellen: „Und irgendwie sind wir in der Region Hannover gelandet“, sagt der 29-Jährige. Mit Partnern vor Ort wie dem Innovationszentrum Niedersachsen und Hannover Impuls wollen die Gründer Firmen und Start-Ups in der Region für ihre Idee begeistern.

Die Wirtschaftsförderung der Stadt Seelze ist seit Beginn in das Projekt eingebunden und unterstützt die Gründer unter anderem bei Fragen zu baulichen Belangen und beim Marketing. „Die Stadt Seelze begrüßt es außerordentlich, dass sich das Coworking-Space Innhof in Seelze ansiedelt“, sagt Wirtschaftsförderin Katja Volkhardt. Für Sonnabend, 26. Mai, lädt Innhof zu einem Tag der offenen Tür in die Hallen in der Straße Hermannstal 5 ein. Zwischen 12 und 20 Uhr präsentieren die Gründer ihr Konzept, laden zum Ideenaustausch, zu Musik und Essen.

Von Linda Tonn