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Nachrichten Abfallbetrieb in Lohnde ist genehmigt
Region Seelze Nachrichten Abfallbetrieb in Lohnde ist genehmigt
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00:20 03.12.2018
Mehr als 300 Lohdner setzten Ende März vergangenen Jahres ein Zeichen gegen den geplanten Mineralstoffhandel. Quelle: Sandra Remmer (Archiv)
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Lohnde

Alle Baugenehmigungen für den Abfallbetrieb westlich der Hafenstraße in Lohnde sind bereits erteilt. Das hat Bürgermeister Detlef Schallhorn in der Ratssitzung am Donnerstagabend klargestellt. Die Unterlagen werden zur Information der Bürger ausgelegt, ein Widerspruch ist aber nicht möglich.

Die Hafen Seelze GmbH will eine Anlage zur Behandlung, Lagerung und zum Umschlag von teilweise gefährlichen Abfällen bauen. Der Betrieb soll jeweils maximal 80 000 Tonnen gefährliche und ungefährliche Abfälle im Jahr behandeln können, wobei die Gesamtleistung auf 120 000 Tonnen pro Jahr begrenzt sein soll. Nach Einschätzung der Antragsteller dient der nördlich verlaufende Bahndamm als eine Art Schirm, der die Beeinträchtigung Lohndes durch den Betrieb verringert. Das Areal umfasst rund 7,7 Hektar, von denen 5,5 Hektar für den Abfallbetrieb genutzt werden sollen.

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Die Genehmigung für den Abfallbetrieb der Hafen Seelze GmbH habe das Gewerbeaufsichtsamt Hannover (GAA) bereits im Oktober erteilt, sagte Schallhorn am Freitag. Der Geschäftsführer Harald Wild habe vier Wochen Zeit gehabt, gegenüber der Behörde Widerspruch einzulegen. Dies sei aber nicht geschehen. Deshalb würden vom 6. bis 19. Dezember die Genehmigungsunterlagen sowohl im GAA als auch im Bürgerbüro im Rathaus der Stadt Seelze ausgelegt. „Das dient aber nur noch der Information“, betonte Schallhorn.

Bereits in der nächsten Woche würde auf dem Gelände westlich der Hafenstraße zwischen Mittellandkanal und Bahnlinie der Oberboden abgetragen. Sobald es die Witterung zulasse, würde dann mit der eigentlichen Bautätigkeit begonnen. Schallhorn erinnerte daran, dass der Rat dem in Lohnde umstrittenen Vorhaben mit großer Mehrheit zugestimmt habe. „Es hat jeweils fünf Gegenstimmen gegeben.“ Neben Lohndes Ortsbürgermeister Wilfried Nickel habe unter anderen er auch gegen das Projekt gestimmt, sagte Schallhorn.

„Wir müssen am Ball bleiben“, sagte Nickel. So sei die Einsicht in die Unterlagen schon allein deshalb wichtig, um zu sehen, was erlaubt sei und was nicht. Dies gelte etwa für Verkehrsströme. Er habe immer gehofft, den Betrieb verhindern zu können.

Gegen die Ansiedlung des Betriebs protestierten viele Lohnder, weil sie Staub und Lärm, zusätzlicher Verkehr und die Bearbeitung gefährlicher Stoffe befürchteten. Der Rat der Stadt hatte sich mit großer Mehrheit dennoch für die Ansiedlung ausgesprochen, gleichzeitig aber eine Frist von fünf Jahren zur Realisierung gesetzt. Diese Frist konnte der Betrieb nicht einhalten. Geschäftsführer Wild hatte die Komplexität des Projekts als Begründung genannt. Im Juni 2014 verlängerte der Rat die Frist erneut –ebenfalls mit deutlicher Mehrheit. Im November 2016 hatte die Hafen Seelze GmbH alle Unterlagen eingereicht, und das Genehmigungsverfahren begann.

Von Thomas Tschörner