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Region Seelze Nachrichten Werke von Künstlern aus Gümmer hängen im Heimatmuseum
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05:54 06.06.2019
Heinz Gehrke, Waltraud Gertz und Andreas Gertz freuen sich über die Bilder der Eheleute Heitmüller. Quelle: Sandra Remmer
Seelze/Gümmer

Bislang hängen Bilder von der Junkernwiese, von der Leine zwischen Letter und Marienwerder und der Mühle Dunau auf dem gleichnamigen Gut im Heimatmuseum Seelze. Wer sie gemalt hat, ist unbekannt. Nun darf sich Museumschef Heinz Gehrke über zwei neue Werke eines lokalen Malerehepaars freuen. Gespendet hat sie Jürgen Gertz aus Gümmer. Er beschäftigt sich viel mit der Heimatgeschichte seines Stadtteils und ist bei seinen Recherchen auf den bekannten Maler August Heitmüller gestoßen, der im Juni 1873 in einem Haus an der Kleinköthnerstelle 19 in Gümmer geboren wurde. „Dorfmusikanten im Schnee“ lautet der Name des Gemäldes, dessen Original im Historischen Museum in Hannover ausgestellt ist. Das zweite Bild stammt von Heitmüllers Ehefrau Leni Zimmermann-Heitmüller und zeigt im Stil des Expressionismus einen „Gewittersturm über dem Deister“.

Platz im stadteigenen Museum

„Wir haben diese Bilder aus Verbundenheit zu Gümmer ausgewählt. Und wo kann man sie besser ausstellen und bekannt machen, als im stadteigenen Museum“, sagt Jürgen Gertz Sohn Andreas Gertz. Um die Bilder drucken zu dürfen, habe er die Bildrechte zur Vervielfältigung erworben. Wo die geschenkten Bilder künftig aufgehängt werden sollen, stehe noch nicht fest, sagt Museumsleiter Gehrke.

Bevor sich August Heitmüller für die Kunst entschied, arbeitete er als Anstreicher. Später studierte er an der Kunstgewerbeschule in Hannover, ab 1885 dann an der Akademie der Künste in München bei Franz von Stuck und Otto Seitz, später in Berlin bei Lovis Corinth. Viele hannoversche Kunstmäzene förderten Heitmüller, sodass er Studienreisen nach Frankreich, Belgien, Holland, England und Spanien unternehmen konnte. Kunsthistoriker zählen die Frühzeit seines Schaffens zum Impressionismus.

Mitbegründer des Dadaismus

Vor dem Ersten Weltkrieg arbeitete Heitmüller in einem Atelier in Gümmer, dann in Bad Nenndorf. Ab 1908 lebte der Maler in Hannover. 1917 war er Mitbegründer der Hannoverschen Sezession, wo er den Maler Kurt Schwitters traf. „Man könnte Heitmüller quasi als Mitbegründer des Dadaismus bezeichnen“, sagt Andreas Gertz. Später in seiner Karriere habe er allerdings seinen Stil geändert und sich dem Expressionismus zugewandt. „Außerdem war ein bekannter Porträtmaler. Ein Original hängt noch heute bei seiner Ur-Ur-Großnichte in Gümmer“, sagt Heinz Gehrke.

Als Künstler ist Heitmüller nicht ganz unumstritten, trat er doch Anfang der Dreißigerjahre in die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) ein. Er fertigte sogar ein Porträt von Adolf Hitler an. Der Maler verstarb nach längerer Krankheit 1935 während einer Reise in der Nähe von Meran.

Info: Wer mehr über den Maler aus Gümmer erfahren möchte, kann die von Jürgen Gertz geschriebene Biografie „Der Maler. August Heitmüller“ bei Schreibwaren Petri & Waller und im Heimatmuseum für 16,80 Euro erwerben.

Von Sandra Remmer

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