Seelze: Waldkindergarten in Velber bietet im Lockdown Notbetreuung an
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Seelze: Waldkindergarten in Velber bietet im Lockdown Notbetreuung an

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13:29 21.01.2021
„Mir wäre es lieber, der Lockdown würde jetzt einmal länger andauern und dann wäre es vorbei“: Sarah Hill betreut ihre Töchter June (2, links) und Ruby (3) ab jetzt zu Hause.
„Mir wäre es lieber, der Lockdown würde jetzt einmal länger andauern und dann wäre es vorbei“: Sarah Hill betreut ihre Töchter June (2, links) und Ruby (3) ab jetzt zu Hause. Quelle: Sandra Remmer
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Velber

Fröhlich toben Tammo und Evan durch die Pfützen. Dass es regnet, stört die beiden Vorschulkinder überhaupt nicht. Vielmehr sind sie froh, dass sie weiterhin in den Kindergarten kommen dürfen – auch wenn sie auf ihre weiteren Freunde verzichten müssen. Wegen der Corona-Pandemie und des erneuten Lockdowns sind Kindertagesstätten schon zum zweiten Mal geschlossen, gestattet ist nur eine Notbetreuung. Eine Ausnahme bilden Vorschulkinder und Kinder mit besonderem Bedarf. Das gilt auch für den Waldkindergarten im Seelzer Ortsteil Velber – obwohl die Kinder dort ausschließlich draußen sind. „Zum Glück hatten wir bislang keinen einzigen Corona-Fall“, sagt Patricia Damm, seit sechs Jahren Leiterin des Waldkindergartens.

„Bei uns sind es nur zwei Kinder, die in die Notbetreuung kommen“, sagt Damm. Beide gehören zu den Vorschulkindern und fallen schon allein deshalb unter die Ausnahmeregelung. Während ihre Kindergartenfreunde zu Hause bleiben müssen, genießen die beiden eine direkte Betreuung durch Patricia Damm und deren Kollegin Anja Greulich. Das große Gelände bietet viel Platz zum Spielen, und die Ideen scheinen den beiden nicht auszugehen. „Die Temperaturen machen den Kindern überhaupt nichts aus“, sagt Damm. Sie seien entsprechend angezogen, und beim Toben sei das Wetter ohnehin egal.

Buchausleihtag einmal in der Woche

Um den Kontakt auch zu den anderen Kindern nicht zu verlieren, organisiert Damme einmal in der Woche einen Buchausleihtag. „Die Kinder kommen dann mit ihren Müttern und leihen sich ein Buch aus, über das wir dann sprechen“, erklärt Damm. Auch telefonisch halte sie Kontakt zu den Kindern. „Dann gibt es immer Spielideen.“

Stefanie Brun (links) kommt zu Patricia Damm, um sich ein Buch für ihren Sohn auszuleihen. Quelle: Sandra Remmer

Für die Eltern ist der erneute Lockdown und die damit verbundene Schließung des Waldkindergartens mit ganz unterschiedlichen Folgen verbunden. „Für mich ist es nicht so tragisch, ich bin ohnehin in Elternzeit“, sagt Sarah Hill. Da ihre beiden Töchter Ruby (3) und June (2) nur ein gutes Jahr auseinander seien, beschäftigten sie sich auch gut miteinander. „Mir wäre es lieber, der Lockdown würde jetzt einmal länger andauern und dann wäre es vorbei“, sagt Hill. Für ihre Töchter sei die Kindergartenzeit nach der Eingewöhnungsphase von vier Wochen schnell wieder beendet gewesen.

Eine Perspektive fehlt

„Es ist im Moment wie eine dumpfe, graue Wand“, sagt Stefanie Brun, Mutter von drei Kindern aus Döteberg. „Die Perspektive fehlt.“ Ein Spagat sei es vor allem, den unterschiedlichen Bedürfnissen ihrer Kinder gerecht zu werden. Während die Älteste als Schülerin der siebten Klasse komplett im Homeschooling sei, besuche die Mittlere ab kommender Woche wieder im täglichen Wechsel des Szenario B die Grundschule in Harenberg.

Am schwierigsten sei es für ihren Jüngsten, sich selber zu beschäftigen. „In dem Alter fehlt den Kindern doch der selbstständige Input“, sagt Brun. Dennoch: Alles in allem gehe es ihnen trotz Einschränkungen gut.

Von Sandra Remmer