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Region Seelze Nachrichten Stadt will Grundstücksentwicklungsgesellschaft gründen
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00:19 02.05.2019
Die Stadt will eine neue Gesellschaft zur Vermarktung und Entwicklung von Grundstücke für Wohnungsbau und Gewerbe gründen. Quelle: Lukas Baake (Archiv)
Seelze

Um Wohnbau- und Gewerbeflächen im Gebiet der Obentrautstadt aktiv zu entwickeln, erschließen und vermarkten will die Stadt eine Grundstücksentwicklungsgesellschaft Seelze mbH gründen. Partner soll die Hannover Region Grundstücksgesellschaft mbH & Co. KG (HRG) sein. Das Stammkapital der Gesellschaft soll rund 2,1 Millionen Euro betragen: Die HRG bringt ihren Anteil in bar ein, die Stadt Seelze in Form von Grundstücken mit einer Gesamtfläche von circa 78.000 Quadratmetern. Der Rat der Stadt Seelze hat dem Vorhaben bereits mit 27 Ja-Stimmen bei zwei Enthaltungen zugestimmt. In der Präambel des noch zu schließenden Vertrages wird betont: „Die rahmengebende generelle Stadtplanung und die Baurechtschaffung bleibt unangetastet kommunale Aufgabe der Stadt Seelze.“ Wirtschaftsförderin Katja Volkhardt sieht darin eine Verdeutlichung. Denn: Die Planung sei eine gesetzliche Aufgabe der Stadt Seelze, der sie sich auch nicht entledigen könne. Die Gesellschaft unterstütze die Stadt lediglich bei dieser Aufgabe.

Die Stadt habe keinen Kredit aufnehmen wollen und deshalb ihren Anteil in Form von Grundstücken aus dem Bestand bereit gestellt, sagte Volkhardt. In dem Vertrag sind diverse Flurstücke aus den Grundbüchern von Dedensen, Harenberg und Seelze aufgeführt. Dies bedeute aber nicht, dass die genannten Flächen Bauland würden, betont Volkhardt. Es sei darum gegangen, für Seelze den entsprechenden Wert in die geplante Gesellschaft einbringen zu können. Das Gros der Grundstücke würde als Ausgleichsflächen für Baumaßnahmen oder auch zum Tausch benötigt. Besonders Landwirte würden ihre Flächen zum Teil nur ungern verkaufen, weil sie sich damit ihre Wirtschaftsflächen verkleinerten.

Bereits im April vergangenen Jahres hatte der Rat der Stadt Seelze die Verwaltung beauftragt, eine Arbeitsgruppe für die Gründung einer Stadtentwicklungsgesellschaft einzurichten. Das Ergebnis der Beratungen dieser Arbeitsgruppe ist die geplante neue Gesellschaft, die die zukünftige Entwicklung, Erschließung und Vermarktung von Flächen für Wohnungsbau und Gewerbe aktiv steuern soll, erklärt die Verwaltung in ihrer Vorlage für die politischen Gremien. „Zahlreiche Diskussionen und politische Anträge haben gezeigt, dass die in der Vergangenheit getroffene – und aus der damaligen Situation heraus richtige sowie mutige – Entscheidung des Rates, keine Flächen direkt zu erwerben und keine eigene Baulandentwicklung zu betreiben, heute neu überdacht werden sollte.“ Ein Grund dafür ist, dass die Obentrautstadt nach Einschätzung der Verwaltung in der Region und darüber hinaus immer mehr als sehr beliebter Wohn- und attraktiver Wirtschaftsstandort wahrgenommen wird. Zu diesem Imagewandel hätten auch die Entscheidungen des Rates in der jüngeren Vergangenheit beigetragen. Deshalb sei der Schritt folgerichtig, nun auch die Entwicklung von Grundstücken für Wohnungen und Gewerbe im Stadtgebiet noch aktiver mitzugestalten. Um die eigenen Ressourcen durch zusätzliche Erfahrung, Marktkenntnis und Finanzkraft zu verstärken, will die Stadt die HRG an der Gesellschaft zur Hälfte beteiligen.

Voraussichtlich im Mai werde die Stadt entscheiden, wer in den neunköpfigen Aufsichtsrat entsandt werden soll, sagte Volkhardt. Die Stadt kann für das Gremium fünf Mitglieder berufen.

Von Thomas Tschörner

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