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Region Seelze Nachrichten Schulausstellung im Heimatmuseum endet mit Erzählcafé
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18:07 26.06.2019
Erika Turek vom Heimatmuseum zeigt die Schulausstellung, die am Sonntag beendet wird. Quelle: Thomas Tschörner
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Seelze

Die Sonderausstellung „Schule im Wandel der Jahrhunderte – Zur Entwicklung der Seelzer Dorfschulen von den Anfängen bis in die 1960er-Jahre“ geht am Sonntag, 30. Juni, im Heimatmuseum Seelze zu Ende. „Wir beenden die Ausstellung mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt Erika Turek vom Museumsverein, die mit Evelyn Gorsler, Horst Henze und Norbert Saul zum Schulteam des Museums gehört. Einerseits seien alle froh, dass die Arbeit beendet sei, andererseits seien die traurig, weil die Ausstellung nun vorbei sei.

Schulausstellung ist für Heimatmuseum ein großer Erfolg

Denn die Schulausstellung sei eine der erfolgreichsten Aktionen des Museums. Vom 9. September 2018, als das Heimatmuseum in den neuen Räumen im Alten Krug nach dem Umzug von Letter wieder öffnete, bis Ende des vergangenen Jahres seien knapp 3000 Besucher gekommen. „Das waren so viele, wie sonst in Letter im ganzen Jahr nicht.“ Und auch in diesem Jahr habe die Ausstellung viele Besucher in das Museum geholt. Unter den Interessenten seien mehr als 520 Schüler, vom Grundschüler bis zum jungen Erwachsenen, aber auch viele ältere Seelzer gewesen. Ein Erfolg waren zudem die Erzählcafés, bei denen Erinnerungen ausgetauscht werden.

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Ein Wandertag der Dorfschule Lohnde in den Zwanzigerjahren. Quelle: Stadtarchiv Seelze

Fotos faszinieren die Besucher

Ein Grund dafür seien die zahlreichen historischen Fotos. „Die Fotos waren der Renner“, sagt Turek. Mehrere Hundert historische Aufnahmen wurden während der Ausstellung präsentiert und regelmäßig durch neue Funde ergänzt. Alte Schulkameraden hätten sich im Museum getroffen und gemeinsam die Bilder angeschaut, einige seien sogar mehrmals gekommen. Zudem sei die Ausstellung auch immer wieder um weitere Themenbereiche, wie etwa Lehrerinnen, ergänzt worden.

Abschlussfahrt einer Seelzer Mädchenklasse zum Hermannsdenkmal im Jahr 1951. Quelle: Stadtarchiv Seelze

Große Resonanz in der Bevölkerung

Die Resonanz bei den Seelzern sei unglaublich gewesen, sagt Turek. Viele Familien hätten ganze Fotoalben, Zeugnisse und anderes Material zur Verfügung gestellt. „Wir haben alles gekriegt.“ Darunter ist auch Berührendes und Tragisches. So ist die Rettung von Leo Moll vor dem Ertrinken im Wasser einer überfrorenen Sandkuhle durch die Schüler Kurt Röver und Ernst Seemann im Dezember 1941 dokumentiert, die den Rettern nicht nur je eine Mettwurst der dankbaren Familie einbrachte, sondern auch eine Belobigung des Regierungspräsidenten im Amtsblatt. Nicht immer ging das Betreten von Eisflächen gut aus: Der 1942 in Letter eingeschulte Waldemar Röhrbein berichtet in seinen Kindheitserinnerungen von einem ertrunkenen Mitschüler.

Thema wird in Dauerausstellung integriert

Ganz verschwinden wird die Schulausstellung aber nicht. „Wir werden einen Teil in die Dauerausstellung übernehmen“, sagt Turek. Geplant sei außerdem eine Dokumentation der Schulausstellung, die dann im Museum ausliegen werde. Vorgesehen sei, dass Interessenten sich eine CD kaufen können. Ein Erscheinungstermin stünde aber noch nicht fest.

Im Erzählcafé geht es um Pausenspiele und Wandern

Beim letzten Öffnungstag der Schulausstellung gibt es am Sonntag, 30. Juni, von 14.30 bis 17.30 Uhr kühle Getränke sowie Kaffee und Kuchen. Außerdem können die Besucher noch einmal bei einem Erzählcafé ihre Erinnerungen zu Pausenspielen, Singen, Wandern und gemeinsamen Ferien austauschen. Stadtarchivar Norbert Saul, der auch Mitglied des Museumsvereins ist, hat dazu eine Lesemappe mit Pausen- und Kinderspielen vorbereitet. Turek schwebt vor, für die Aktiven vor dem Museum einen Hinkelkasten aufzumalen und Utensilien für Gummitwist sowie Hula-Hoop-Reifen und Springseile bereitzulegen.

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Von Thomas Tschörner