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Region Seelze Nachrichten Rat gibt grünes Licht für Bauvorhaben in Letter
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15:41 29.03.2019
Auf der Fläche am Bürgermeister-Röber-Platz sollen Wohnungen entstehen. Quelle: Sandra Remmer
Seelze

Mit großer Mehrheit hat der Rat der Stadt Seelze am Donnerstagabend dem Bau von Wohnungen auf dem Grundstück des abgerissenen Alten Rathauses in Letter zugestimmt. Gleichzeitig betonten die Kommunalpolitiker, künftig die Beteiligung der Öffentlichkeit zu verbessern. Die Wohnungs-Genossenschaft Herrenhausen (WGH) will auf dem Grundstück am Bürgermeister-Röber-Platz insgesamt 41 Wohnungen mit 56 Stellplätzen für Autos schaffen. Vorgesehen sind dreigeschossige Häuser. Die Stadt hatte nach einem Bieterwettbewerb das Alte Rathaus samt rund 4400 Quadratmeter großem Grundstück für 860 000 Euro an die Wohnungs-Genossenschaft Herrenhausen (WGH) verkauft, nachdem über das Schicksal des Gebäudes jahrelang diskutiert worden war. Zahlreiche Letteraner kritisierten die Entscheidung, unter anderem weil sie das Alte Rathaus erhalten wollten oder ihnen die geplante Bebauung als zu massiv erschien.

In Letters Ortsmitte will die WGH 41 Wohnungen bauen. Quelle: WGH

SPD-Fraktionschef Alexander Masthoff erinnerte an die diverse Versuche der Stadt, das Gebäude zu erhalten. Zuletzt sei mit einem wettbewerblichen Dialog versucht worden, den südlichen Grundstücksbereich weiter der Öffentlichkeit zugänglich zu machen und den nördlichen Bereich als Baufläche zu veräußern. Zudem sollte mindestens die Fassade des Alten Rathauses erhalten bleiben. „Das konnte nicht umgesetzt werden, weil es keine Kaufinteressenten gab –auch keine aus Letter“, sagte Masthoff. Der Stadt sei letztlich nichts anderes übrig geblieben als der Verkauf von Haus und Grundstück. Der Sozialdemokrat verwies auf das beschleunigte Verfahren, das weder eine Umweltverträglichkeitsprüfung noch Ausgleichflächen erforderlich mache. In der Vorlage der Verwaltung gebe es keine fachlichen Mängel. „Wir haben nichts gefunden, was nicht rechtlich plausibel gewesen wäre.“ Masthoff räumte aber ein, dass die Mitnahme der Öffentlichkeit nicht optimal gelaufen sei. Dies müsse die Stadt künftig besser machen. Die Entscheidung der Politik wäre trotzdem keine andere, meinte Masthoff. Die SPD habe aber die Abstimmung in der Fraktion freigegeben.

Die Bürgerbeteiligung müsse optimiert werden, unterstrich auch Heiko Hoffknecht (CDU). Dennoch habe sich der Rat die Entscheidung nicht leicht gemacht, und in den Fraktionen ausgiebig diskutiert. Harald Scupin (Bürgerforum) erklärte, dass seine Fraktion von Anfang an dafür gewesen sei, dass mit Gebäude und Grundstück etwas passieren müsse. Als vor einigen Jahren im Rat noch über den Erhalt des Alten Rathauses mit Hilfe von Investoren gesprochen wurde, hatte das Bürgerforum bereits den bedingungslosen Verkauf beantragt –ein Vorstoß, der damals abgelehnt wurde. Scupin sagte am Donnerstag im Rat, dass die Sanierung zu teuer sei und die Stadt Geld brauche. Dennoch werde das Bürgerforum das Bauvorhaben ablehnen, weil die Bebauung zu dicht sei, zu viel Verkehr produziere und zu viel Fläche versiegele. Ablehnend äußerte sich auch Hans Pandzioch (SPD): Er habe persönlich niemanden in Letter getroffen, der die dichte Bebauung wolle. Zudem seien die Mieten zu hoch, und die Bäume würden nicht erhalten. Der Rat positioniere sich gegen den Bahnausbau und die Stromtrasse Südlink, mache aber „selbst so etwas“, sagte Pandzioch. Kritik kam auch von Letters Ortsbürgermeiser Rolf Hackbarth (SPD). Die geplanten Häuser seien mit drei Geschossen zu hoch. Auch die Mieten seien mit 8 bis 10 Euro pro Quadratmeter zu hoch, niedrige Mieten von 5,60 Euro seien nur für sieben bis acht Wohnungen vorgesehen.

Bürgermeister Detlef Schallhorn wies die Kritik zurück, dass die Stadt die 1200 Unterschriften gegen das Projekt ignoriert habe. Die Gegner seien sehr wohl zur Kenntnis genommen worden, es seien aber eben nur 1200 der rund 11.000 Einwohner des Stadtteils. Schallhorn betonte, dass mit dem Beschluss des Rates der Bebauungsplan Rechtskraft erlange und die Baugenehmigungen erteilt würden. Die öffentliche Beteiligung sei mit dem Satzungsbeschluss abgegolten. Als Rechtsmittel bliebe nur noch eine Normenkontrollklage, mit der die Kläger Fehler oder eine Beeinträchtigung ihrer Rechte nachweisen müssten. „Das müssen Gründe sein, die schon mal vorgebracht wurden.“

Von Thomas Tschörner

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