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Region Seelze Nachrichten Mitfahrbank lädt zum Platz nehmen ein
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00:15 08.03.2019
Werner Brzuska und André Meyer hoffen, dass die Mitfahrbank gut angenommen wird. Quelle: Sandra Remmer
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Seelze

Viele Anwohner aus Seelze-Süd kennen das Problem: Man möchte nach Hannover oder nach Seelze, aber der nächste Bus fährt erst in einer Stunde. Auch wenn es in Seelze-Süd die Möglichkeit des Ruftaxis gibt, ist das Wegkommen oft schwierig. Besonders problematisch ist es in den Abendstunden, nachts oder am Wochenende, wenn der Bus noch seltener das Neubaugebiet jenseits der B 441 ansteuert. Auch dem Ortsrat ist das Mobilitätsproblem nicht verborgen geblieben. Auf eine Initiative der Linken haben sich die Ortsratsmitglieder parteiübergreifend dafür eingesetzt, dass an der Straße An den Grachten nahe der RegioBus-Haltestelle Am Markt eine sogenannte Mitfahrbank aufgestellt wird. Signalblau gestrichen und mit einem Hinweisschild versehen lädt sie nun Anhalter zum Platz nehmen ein.

„In Norddeutschland in weniger dicht besiedelten Gegenden sind solche Mitfahrbänke weit verbreitet und ein beliebtes Mittel, um unabhängig von Bussen von A nach B zu kommen“, erzählt Ortsratsmitglied André Meyer (Die Linke), der die Bank gemeinsam mit Werner Brzuska (CDU) offiziell in Betrieb genommen hat. Die Funktionsweise der Bank ist schnell erklärt: Wer aus Seelze-Süd wegfahren möchte, setzt sich auf die Bank. Geht der Plan auf, hält kurze Zeit später der nächste Autofahrer an und fragt nach dem gewünschten Ziel, das im Idealfall identisch mit dem eignen ist beziehungsweise auf der Strecke liegt. „Möglicherweise entstehen so auch echte Fahrgemeinschaften“, sagt Stadtsprecher Carsten Fricke.

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„Die Mitfahrbank hat nicht nur einen Umwelt-, sondern auch einen Kommunikationsaspekt“, ergänzt Werner Brzuska. Auf diese Art und Weise sei es eben auch möglich, dass die Einwohner sich untereinander besser kennen lernen. Außerdem könnten Fahren vermieden werden, bei denen sich nur ein Insasse im Wagen befindet. Oftmals wüssten die Menschen gar nicht, dass die zum Beispiel den gleichen Arbeitsweg haben. Dadurch, dass die Bank sozusagen ein offizielles Instrument zur Fortbewegung ist, seien auch weniger Hemmschwellen der Autofahrer zu erwarten wenn es darum geht, einen Anhalter mitzunehmen. Oft sei es auch so, dass das Gesicht zumindest vom Sehen schon bekannt ist. Die Kommunalpolitiker hoffen nun, dass sich das Vorhandensein der Bank schnell herum spricht und das das Angebot regen Zuspruch findet. Auch im anliegenden Seniorenzentrum Kehrvita wollen sie das neue Angebot aktiv bewerben.

Wenn es nach dem Wunsch des Seelzer Ortsrats geht, dann sollen auch in den anderen Ortsteilen Mitfahrbänke aufgestellt werden. „In Kirchwehren und Lathwehren ist die Busverbindung noch viel schlechter“, weiß Brzuska. Und auch über Bänke in Seelzes Innenstadt, mit deren Hilfe dann wieder eine Mitfahrgelegenheit nach Seelze-Süd gefunden werden kann, werde nachgedacht.

Von Sandra Remmer