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14:41 15.07.2019
Imker Heiko Blech aus Dedensen hält seine Bienen ausschließlich in seinem Dorf. Quelle: Privat
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Seelze

Ohne ausreichend viele Bienen gerät das gesamte Ökosystem ins Wanken, sagt Hartmut Münch. Der Imkermeister und Diplom-Agraringenieur fordert, intelligent zu pflanzen, um den Insekten genügend Nahrung zu bieten. Auf Einladung des Seniorenbeirates Seelze hat Münch zum Thema „Sie glauben nicht, was Sie über Bienen alles nicht gewusst haben“ referiert und lockte damit rund 60 Senioren in das Gemeindehaus der katholischen Kirche Heilige Dreifaltigkeit in Seelze.

Der Vorsitzende des Seniorenbeirates, Hans Werner Weiss, eröffnete die Veranstaltung mit dem allseits bekannten Lied der „Biene Maja“. Münch knüpfte mit seinem Vortrag direkt daran an. „Die Biene Maja hat, wie man weiß, viele Freunde: einen Grashüpfer, eine Stubenfliege und viele mehr. Leider hätte sie heute in der realen Welt nicht mehr so viele Freunde. Denn das Ökosystem hat ein großes Problem.“ Die Teilnehmer lauschten Münchs Vortrag gespannt. Denn es stellte sich heraus, dass es eine Menge gab, was sie tatsächlich über Bienen noch nicht gewusst hatten.

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Imker Hartmut Münch verkaufte nach der Veranstaltung seinen Honig der Sorten Sommerblüte, frische Frühlingsblüte und Rapshonig. Quelle: Luca Wiggers

Noch gibt es mehr als 500 verschiedene Bienenarten

Münch, der sich vor allem mit der Befruchtung von Pflanzen beschäftigt, ist Mitglied im Verein Hannover summt. Der Verein setzt sich für alle der mehr als 500 unterschiedlichen Arten von Bienen ein. „Eigentlich müsste alles viel bunter sein. Es gibt keinen Blütenreichtum, das darf nicht sein“ , sagt Münch. Laut dem Imkermeister gibt es viele Gründe, warum Bienen und andere Insekten stark bedroht sind. So gebe es zum Beispiel ein Dilemma im Naturschutz. Bienen bräuchten hohle Bäume als Lebensraum, doch würden diese von der Forstwirtschaft direkt abgeholzt werden. „Da mit der modernen Landwirtschaft Wohnraum sowie Nahrung für Bienen vernichtet werden, kommt es, dass immer mehr Bienen in der Stadt wohnen“, sagt Münch.

Die Senioren waren vor allem erstaunt darüber, dass Bienen nur stechen, wenn sie Menschen mit Bären verwechseln. „Trägt man vor allem helle Kleidung und wedelt nicht mit den Armen in der Luft herum, ist die Gefahr, gestochen zu werden, sehr gering“, erläutert Münch. „Das Wedeln mit den Armen wirkt auf Bienen wie das Fuchteln von Bärenpranken.“

Gebraucht werden vor allem Imker, die viele Völker halten

Die Imkerzahlen haben sich in den vergangen Jahren verdoppelt. Doch laut dem Imkermeister halten Imker oft nur sehr wenige Völker, und das reiche nicht aus. Der Trend ginge weg von Bienenhäusern, hin zur Einzelhaltung. „In diesen wechselvollen Zeiten ist Imkerei leider nicht mehr profitabel, und viele große Imkereien geben auf“, sagt Münch.

„Die Blühstreifen auf den Feldern sind ein guter Anfang, etwas für die Bienen zu tun, aber das reicht noch nicht“ ,sagt Münch. „Vor allem im privaten Bereich kann man etwas unternehmen. Man muss intelligent pflanzen. Alles was nach der Linde blüht, wie Ried, wird dringend gebraucht, denn zu dieser Jahreszeit blüht für die Bienen nur sehr wenig.“

Imker Heiko Blech aus Dedensen appelliert, Blumen anzupflanzen

Auch Imker Heiko Blech aus Dedensen fordert dazu auf, mehr Blumen anzupflanzen. „Es gibt Saatmischungen für Bienenweide. Die kann man sehr gut sähen. Aber auch Wildblüten sind gut“, sagt Blech. Der Imker, der mittlerweile 15 Bienenvölker hält, kann das Imkern nur empfehlen. „Es ist so ein faszinierendes Hobby. Ich erlebe den Jahreskreislauf jedes Jahr an den Bienen mit, und es ist immer wieder beeindruckend.“

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Von Luca Wiggers

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